Michel Descombes hat nicht mehr geheiratet, seitdem er vor Jahren seine Frau verlor. Sein Sohn Bernard ist inzwischen herangewachsen und besucht das Technikum; er selbst arbeitet tagsüber in seinem kleinen Uhrmacher-Geschäft und verbringt die Abende meistens mit Freunden. Sein Leben verändert sich von einem Tag auf den anderen, als eines Morgens Polizeibeamte vor seinem Laden auftauchen und ihn zu Kommissar Guiboud bringen. Dort hört er bestürzt, dass sein Sohn einen Mann umgebracht hat und mit seiner Freundin geflüchtet ist. Descombes sieht sich von Journalisten bestürmt und rätselt, warum sein Sohn die Tat begangen hat und was er bei seiner Erziehung versäumt haben könnte. Als Bernard und seine Freundin festgenommen werden, will er seinen Vater zunächst nicht sehen ...

Bertrand Tavernier erzählt in seinem Langfilmregiedebüt nach Georges Simenon die Geschichte eines Lyoner Uhrmachers und eines Durchschnittbürgers. Diese psychologische Studie ist zugleich ein fesselnder Beitrag zum Generationskonflikt und zu politischen Missständen. Philippe Noiret spielt eindrucksvoll den Vater, der durch die Tat des Sohnes eine neue Einstellung zu ihm und zu seiner Umwelt gewinnt. Gewidmet wurde das Werk dem französischen Altmeister Drehbuchautor Jacques Prévert ("Das Verbrechen des Herrn Lange", "Kinder des Olymp", "Der Glöckner von Notre-Dame", "Der König und der Vogel").

Foto: ARD/Degeto