Der tyrannische König von Takicardie macht seinen Untertanen das Leben schwer. Einziger Widersacher: Ein bunter Vogel, der sich stets vor den Schüssen des Despoten zu retten weiß. Eines Nachts geschehen im herrschaftlichen Schlafgemach merkwürdige Dinge. Die beiden Figuren eines Gemälde - ein Schornsteinfeger und eine Schäferin - erwachen zu Leben und verlieben sich. Nun schlägt des Vogels große Stunde. Er hilft ihnen dabei, aus ihrem gerahmten Gefängnis zu fliehen. Der König, der sich seinerseits in die Schäferin verliebt hat, läßt das Trio von der Polizei jagen. Als es ihm gelingt, die drei aufzuspüren, nimmt er das Mädchen gefangen und sperrt die beiden anderen in eine Löwen-Arena. Womit er nicht gerechnet hat: Die Henker lassen sich von ihrer Mahlzeit dressieren ...

Grimaults Märchen ist eine Adaption der Hans-Christian Andersen-Erzählung "Die Hirtin und der Schornsteinfeger" und entpuppt sich als phantasievoll ausgeschmücktes Gleichnis über Machtmißbrauch und Moral. In der bissig anmutenden Parabel verarbeitete er etliche Motive aus der Literatur so etwa aus "Golem" und "Romeo & Julia". Grimault, der in Frankreich eine bedeutende Persönlichkeit des französischen Zeichentricks ist, gewann 1948 beim Filmfestival in Venedig den ersten Preis für sein Zeichentrick-Werk "Der kleine Soldat". Jacques Prévert, der hier das Drehbuch schrieb, ist in Frankreich ein bekannter Gegenwartslyriker. Populär - auch über Frankreichs Grenzen hinaus - wurde er 1943 als Drehbuchautor von "Kinder des Olymp", bei dem Max Ophüls Regie führte.

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