Während der Belagerung einer Stadt versuchen Schauspieler, mit der Aufführung eines Münchhausen-Stückes für kurze Zeit der Realität zu entfliehen. Urplötzlich taucht der Lügenbaron (John Neville, Foto) leibhaftig auf und erzählt seine fantastischen Geschichten. In denen geht es auch um seine Freunde: der schnellste Mann der Welt, der bei seinem Anlauf die Steine aufwetzt und in einer riesigen Staubwolke am Horizont verschwindet; den stärkste Mann der Welt, dem mit dem gesamten Schatz des Sultans auf den Schultern die Flucht gelingt; der Mann mit den besten Ohren der Welt und der Mann, der auch auf weite Distanzen alles sehen kann. Mit diesen Freunden besteht Münchhausen auch die noch so absurdesten Abenteuer, bei denen ihm auch die Göttin Venus und der König des Mondes begegnen.

Die bereits mehrfach verfilmten legendären Geschichten des Lügenbarons von Münchhausen - man denke nur an Josef von Bakys Münchhausen mit Hans Albers -, von Ex-"Monty Python" Terry Gilliam als schwungvoller und witziger Fantasy-Streifen und als Huldigung an den guten Geist des Barons mit gelungenen Spezialeffekten in Szene gesetzt. Von Münchhausen, bürgerlich Karl Friedrich Hieronymus, lebte von 1720 bis 1797 und kämpfte mit den Russen gegen die Türken. 1785 wurden seine Kriegsgeschichten von Rudolph Erich Raspe und Gottfried August Bürger in London erstmals anonym veröffentlicht. Mit "Die Abenteuer des Baron Münchhausen" - eine der teuersten europäischen Filmproduktionen (46 Millionen Dollar) aller Zeiten -, vollendete Terry Gilliam seine Fantasy-Trilogie, die er mit "Time Bandits" und "Brazil" begonnen hatte. Das Kinopublikum konnte mit Gilliams Adaption jedoch nicht viel anfangen, der Film floppte. In einer kleinen Nebenrolle als heroischer Offizier ist auch Rock-Sänger Sting zu sehen.

Foto: Constantin Film