Guillaume Seznec, der Besitzer einer kleinen Sägerei in der Bretagne, tut sich mit dem geschäftstüchtigen Senator Quemeneur zusammen, um unter abenteuerlichen Bedingungen amerikanische Autos an die Sowjets zu verkaufen. An einem schönen Frühjahrsmorgen des Jahres 1923 verlassen die beiden Männer die Bretagne in einem alten Cadillac, den sie an einen obskuren Pariser Zwischenhändler verkaufen wollen. Nach 15 Stunden Fahrt und beinahe ebenso vielen Pannen bleiben sie schließlich ungefähr 30 Kilometer vor Paris liegen. Seitdem wurde Quemeneur nie wieder gesehen, und das burleske Abenteuer verwandelt sich für Seznec in eine alptraumhafte Tragödie. Schnell wird er vom Hauptverdächtigen zum Schuldigen, dessen Beteuerungen, Quemeneur an einem Provinzbahnhof verlassen zu haben, von niemandem geglaubt werden...

Seit der Dreyfus-Affäre zu Beginn des 20. Jahrhunderts hat wohl kaum eine Strafsache in Frankreich so viel Aufsehen erregt, wie die Affäre Seznec. Der Regisseur und Drehbuchautor Yves Boisset ("Der Richter, den sie 'Sheriff' nannten", "Das Blau der Hölle", "Die Liebenden vom Red River") zeigt in seinem bewegenden und aufregenden Fernsehzweiteiler den Kampf Seznecs und seiner Familie um Gerechtigkeit. Boisset hat sich bereits mit zahlreichen heiklen und schwierigen Themen befasst. Für "Die Affäre Seznec" recherchierte er zwei Jahre lang intensiv, studierte die Ermittlungsakte und Familienbriefe und besuchte sogar die Originalschauplätze, um noch lebende Zeugen aufzutreiben. "Die Affäre Seznec" ist nicht das erste Projekt, das Yves Boisset zusammen mit dem Journalisten, Schriftsteller und Theaterautor Alain Scoff realisierte: Aus ihrer Feder stammen zehn weitere Drehbücher und verschiedene Filme wie etwa "Morlock IV - Der Tunnel" (1993) mit Götz George, "Fürs Vaterland erschossen" (1996) oder "Dark Line" (1990).