Welch seltsame Fügung des Schicksals: Sie scheinen dieselbe Person zu sein, Veronika aus Polen und Veronique aus Frankreich. Nicht nur äußerlich gleichen sie sich wie eineiige Zwillinge: Beide sind hochmusikalisch, haben eine bezaubernde Stimme, diverse Beziehungsprobleme und leider auch denselben Herzfehler. Während er Veronika zum Verhängnis wird, lernt Veronique aus den Erfahrungen ihrer Doppelgängerin ...

Die Geschichte gibt sich hin und wieder etwas gewollt bedeutungsschwanger. Doch mit seiner Hauptdarstellerin Irène Jacob hat Kieslowskis poesievolles Drama einen großen Pluspunkt. Ihr nuancenreiches Spiel trägt den Film über weite Strecken. Auf dem Filmfestival in Cannes wurde sie 1991 als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Kieslowski experimentiert auch hier - wie in seiner danach entstandenen "Drei Farben"-Trilogie ("Drei Farben: Blau", "Drei Farben: Weiß", "Drei Farben: Rot") - mit Farbtönen. Fast der ganze Film ist mit einem Gelbstich aufgenommen, so dass kalte blaue Töne fehlen.

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