Andrea Bruckheim hat eigentlich alles erreicht, wovon sie immer träumte. Die erfolgreiche Turnierreiterin betreibt einen gut gehenden Reitstall auf einem malerischen Anwesen. Das angegliederte Hotel ihres Mannes Thomas ist permanent ausgebucht. Und ihre beiden Teenager-Kinder Eva und Max sind - von Liebeskummer und Mathe-Hausaufgaben abgesehen - äußerst munter. Doch über die Jahre hat die Ehe-Routine Spuren hinterlassen. Die beiden ziehen nicht wie früher an einem Strang, jeder hat sich in seine Aufgaben verbissen. Unterstützt von seiner Schwägerin Inge, die ihm mehr als nur eine Hilfe ist, widmet Thomas sich ganz dem Hotelbetrieb. Und Andrea konzentriert sich vollkommen auf die Vorbereitung zur großen Meisterschaft, bei der sie als eine der Favoritinnen antritt. Die Ehekrise wird unübersehbar, als Thomas vor lauter Stress den 16. Hochzeitstag vergisst und auch nicht am nächsten Tag zu Andreas wichtigstem Reitturnier erscheint. Zu allem Überfluss wird Andrea während des Wettkampfs von einem tragischen Ereignis geschockt: Kurz vor dem Ziel bricht ihr geliebtes Pferd Magic, mit dem sie so viele Erfolge erzielt hat, tot zusammen. Zeuge dieser bewegenden Szene ist Hans Duwe, ein Mann mit viel Pferdeverstand, der sich sofort in die attraktive Andrea verliebt. Auch Andrea fühlt sich vom ersten Moment an zu Hans hingezogen. Später stellt sich heraus, dass Thomas und Hans ihre Jugend gemeinsam verbrachten. Da Andrea nach Magics Tod nie mehr reiten will, engagiert Thomas ausgerechnet seinen Jugendfreund als Reitlehrer. Ein Angebot, das Hans gerne annimmt, da er so Andrea nahe sein kann ...

Regisseur Dietmar Klein ist ein Mann für alle Fälle, ob Krimis ("Siska - Akt der Barmherzigkeit"), Beziehungskomödien ("Wann ist der Mann ein Mann?"), Ehedramen ("Zu nah am Feuer"), Komödien ("Liebe hat Vorfahrt") oder Tragikomödien ("Mama arbeitet wieder") - immer sind seine Arbeiten routiniert inszeniert, bleiben dabei jedoch meist in der Mittelmäßigkeit stecken. Das liegt oft am Drehbuch - wie in diesem Fall, denn Autorin Annette Simon wandelt hier wie so oft auf den ausgetretenen und vorhersehbaren Pfaden des Herz-Schmerz-Melodrams mit viel Tränen und dem unvermeidlichen Happy End. Ein wenig mehr Leichtigkeit und Espirit - wie etwa in "Trau' niemals deinem Schwiegersohn!" und "Meine Mutter tanzend" - hätte dieser klischeehaften Geschichte sicher gut getan.

Foto: HR/Degeto/Christiane Pausch