Im Leben der Gynäkologin und Geburtshelferin Anna Cooper dreht sich alles um den Job, denn ihre längst geschiedene Ehe ist kinderlos geblieben, sie lebt zurückgezogen und pflegt kaum Kontakte. Doch mit ihrem eher gleichförmigen Leben ist es urplötzlich vorbei, als sie im Hausflur ein junger Mann (Pio Marmaï) mit dem Messer bedroht, verschleppt und in einen Raum mit zugemauerten Fenstern sperrt. Noch ahnt Anna nicht, was der Fremde eigentlich von ihr will …

Ein klaustrophobisch anmutendes Kammerspiel mit einigen überraschenden Wendungen von Regisseur Lola Doillon, Tochter des französischen Filmemachers Jacques Dolloin und Ehefrau von Cédric Klapisch. Gekonnt zeigt Doillon, wie sich Opfer und Täter mit der Zeit immer näher kommen, ohne dass das Bedrohungspotential nachlassen würde. In der Rolle der einsamen, vom Leben enttäuschten Ärztin überzeugt Kristin Scott Thomas, als ihr Entführer ist Pio Marmaï ("Nathalie küsst", "Ein freudiges Ereignis", "C'est la vie - So sind wir, so ist das Leben") zu sehen.

Foto: ARD/Degeto/Origami Films