Irgendwo in der kargen osttürkischen Steppe: Hier suchen einige Polizisten, ein Staatsanwalt, ein Arzt, zwei Männer mit Schaufeln und einige Soldaten nach der Leiche eines Mannes, der in seinem Dorf umgebracht worden ist. Die Tatverdächtigen können sich jedoch nicht mehr an den genauen Ort erinnern, an dem sie den Toten vergraben haben. Aufgrund ihrer unterschiedlichen Ansichten geraten die beteiligten Personen immer mehr aneinander ...

Der gefeierte türkische Autorenfilmer Nuri Bilge Ceylan ("Uzak", "Jahreszeiten - Iklimler", "Drei Affen - Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen") inszenierte in langsamer Erzählweise mit wunderbaren Bildern seines Stamm-Kameramannes Gökhan Tiryaki ("Der Schlaf der Prinzessin") diesen beeindruckenden Genremix aus Krimi und Drama, der 2011 mit dem großen Preis der Jury der Filmfestspiele von Cannes ausgezeichnet wurde. Die Handlung spielt in einer einzigen Nacht bis in die Morgenstunden, ständig wechseln die Bilder zwischen Licht und Schatten, Großaufnahmen der Gesichter mit Landschaftsaufnahmen. Mit einigem makaberen Humor in Szene gesetzt, ist "Once Upon a Time in Anatolia" allerdings auch ein gelungenes Porträt der vielschichtigen türkischen Gesellschaft zwischen Tradition und Moderne, die sich in den Geschichten und Erzählungen der einzelnen Protagonisten widerspiegelt.



Foto: Kinostar