Als Rainer Werner Fassbinder vor 30 Jahren, am 10. Juni 1982, im Alter von 37 Jahren starb, hatte er bereits mehr als 40 Kino- und Fernsehfilme inszeniert. Wolf Gremm, wie Fassbinder ein Vertreter des "Neuen Deutschen Films" und mit ihm befreundet, porträtierte den Filmemacher 1982 in seinem letzten Lebensjahr. Ihm gelang ein persönlicher und kurzweiliger Blick auf den von seiner Arbeit besessenen Ausnahmeregisseur. Am 10. Juni 1982 starb Rainer Werner Fassbinder an Herzversagen - er wurde gerade einmal 37 Jahre alt. Und doch gelang es dem Münchner Filmemacher, in 14 Jahren, von seinem Spielfilmdebüt, dem eigenwilligen Gangsterfilm "Liebe ist kälter als der Tod" (1969) bis zu seinem letzten Werk, der ambitionierten Jean-Genet-Adaption "Querelle - Ein Pakt mit dem Teufel" (1982), ein umfangreiches Oeuvre von mehr als 40 Kino- und Fernsehfilmen zu schaffen, das von unzähligen Theaterinszenierungen, Bühnenstücken und Hörspielen ergänzt wird.

Filmemacher Wolf Gremm dokumentiert in seinem Film Fassbinders manische Arbeitswut sowie seine letzten Arbeiten vor und hinter der Kamera. Darüber entsteht ein spannendes Porträt dieses singulären deutschen Filmemachers, der inspiriert von Nouvelle-Vague-Regisseuren wie Jean-Luc Godard, Hollywood-Profis wie Raoul Walsh, insbesondere aber von den Melodramen Douglas Sirks, zum produktivsten und einflussreichsten Regisseur des "Neuen Deutschen Films" wurde. Zu sehen sind in dem Dokumentarfilm unter anderem Schauspielerauftritte Fassbinders in seiner eigenen Regiearbeit "Lili Marleen" (1980) und in Wolf Gremms "Kamikaze 1989" (1982) sowie Material der Dreharbeiten von "Querelle".

Foto. BR/Ziegler Film/Ursula Röhnert