Der 1930 in Albany, Georgia, geborene Ray Charles hatte zu Beginn seiner beispiellosen Karriere gleich drei schwere Hürden zu bewältigen: seit seinem sechsten Lebensjahr war er blind, kam aus ärmlichsten Verhältnissen und war ein Schwarzer. Nach einer schwierigen Kindheit (ohne Vater aufgewachsen und den Tod des jüngeren Bruders nicht verhindert) reist Ray Charles 1947 nach Seattle, um professioneller Musiker zu werden. Dank seines enormen Talents ist er zunächst Mitglied einer Tingel-Band, mit der er durch die Lande reist. Bald gründet er eine eigene Band, schafft es mit einigen Songs sogar in die Hitparaden, erlebt aber privat immer wieder Rückschläge. Die anstrengenden Tourneen zerren zusätzlich am ohnehin dünnen Nervenkostüm und Ray Charles greift zur Nadel ...

Die 2004 verstorbene Musik-Legende Ray Charles hat selbst noch an dieser Biografie mitgewirkt. Ein alles überragender Jamie Foxx in der Titelrolle ist die perfekte Personifizierung des legendären Musikers. Regisseur Taylor Hackford zaubert dazu prall-bunte, episodenhafte Sequenzen mit starken Musiknummern. Dabei ging es ihm nicht um eine Art Heldenepos, sondern um die Darstellung eines Lebens zwischen Kunst, Kommerz, Leidenschaft, Liebe, Schmerz und Drogen, bei dem der Künstler ständig mit seinem inneren Schweinehund ringen muss. Jamie Foxx erhielt für seine brillante Darstellung 2005 den Oscar als bester Hauptdarsteller, einen weiteren Oscar gab's für den besten Ton. Einfach grandios!

Foto: © Universal Studios 2004/Nicola Goode