Anfang der Siebzigerjahre geht die 21-jährige Michaela (Sandra Hüller, Foto mit Nicholas Reinke) zwecks Studium nach Tübingen. Dies behagt der streng katholischen Mutter überhaupt nicht, da die Tochter an Epilepsie leidet. Obwohl das Landei in der Studentenstadt relativ guten Anschluss findet, fallen die ersten Schritte der Unabhängigkeit vom Elternhaus schwer. Als sich bei der jungen Frau schließlich Wahnvorstellungen häufen und sie sich von Dämonen besessen fühlt, meint ein junger Geistlicher, dass man Michaela nur mit einem Exorzismus retten könne. Ein fatale Entscheidung...

Hans-Christian Schmid inszenierte die auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte zwar eher mit TV-mäßigen Bildern, setzte dabei aber auf eine starke Sandra Hüller in der Hauptrolle, die auch prompt mit dem Bayerischen Filmpreis und dem Silbernern Bären ausgezeichnet wurde. Im Gegensatz zu dem obskurantistischen US-Werk "Der Exorzismus von Emily Rose" erzählt Schmid die tragisch endende Geschichte einer jungen Frau, die psychische Probleme hat und sich nicht von den religiös-traditionellen Zwängen des Elternhauses lösen kann. Dabei setzt der Regisseur auf schlichte, emotional packende Bilder und nicht auf reißerische Szenen - wie sie etwa in "Der Exorzist" dargeboten wurden.

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