Charlotte Brüggemann ist Anfang 70 und steht immer noch mitten im Leben. Seit dem Tod ihres Ehemanns leitet sie mit festen Zügeln die familieneigene Firma für luxuriöse Fertighäuser und denkt gar nicht daran, die Verantwortung an ihren Sohn Markus abzugeben. Doch neuerdings machen ihr Erinnerungslücken zu schaffen, die auch in ihrem Umfeld nicht unbemerkt bleibe. Trotzdem verdrängt Charlotte das Problem, bis die neue Freundin ihres Sohnes den Mut findet, die Wahrheit zu sagen: Charlotte leidet an fortschreitender Demenz …

Mit der einmal mehr brillant aufspielenden Christine Hörbiger in der Hauptrolle inszenierte Regisseur Florian Baxmeyer dieses sensible Drama um eine Frau, die nicht bereit ist, sich mit ihrer Krankheit auseinander zu setzen. Baxmeyer, der seine Hauptdarstellerin schon in dem Gesellschaftsdrama "Wie ein Licht in der Nacht" (ebenfalls nach einem Drehbuch von Thorsten Näter) als alkoholkranke Immobilienmaklerin zu darstellerischen Höchstleistungen angespornt hatte, zeigt jedoch nicht nur die Auswirkungen von Demenz auf die Erkrankte, sondern auch die Hilflosigkeit der Angehörigen, die mit der Krankheit umgehen lernen müssen. So reiht sich "Stiller Abschied" in die ebenso gelungenen Demenz- und Alzheimer-Dramen wie "Vergiss dein Ende" und "Die Auslöschung" ein.

Foto: ARD Degeto/Sandra Hoever