Finanz-Tipp

Bücher, mit denen man Geld verdienen kann

Von José Macias
Das 416 Seiten dicke "Handbuch Geldanlage" der Stiftung Warentest gilt als Bibel der Geldanlage.
Das 416 Seiten dicke "Handbuch Geldanlage" der Stiftung Warentest gilt als Bibel der Geldanlage. Fotoquelle: Stiftung Warentest

Finanz-Ratgeber gibt es wie Sand am Meer – leider rieselt bei vielen Geldtipps das Anlegergeld im wahrsten Sinne des Wortes durch die Hände. Welche Geldanlage-Bücher sind ihr Geld wert? Unsere Redaktionstipps.

Einmal im Leben

Für die meisten Menschen ist es die größte Anschaffung in ihrem Leben, die oft jahrzehntelange Anstrengungen erfordert: die eigene Immobilie. Für viele Eigenheimbesitzer platzt der Traum jedoch im Laufe der Jahre. Denn die meisten Menschen müssen die eigene Immobilie fremdfinanzieren – im Durchschnitt zahlen sie 30 Prozent als Eigenkapital ein, der Rest wird über eine Bank, Bausparkasse oder Versicherung langfristig finanziert. Das bindet Käufer und Finanzinstitute oft jahrzehntelang, nicht immer wird daraus ein Happy End. Daher gilt es, die größte Anschaffung im Leben genauestens zu überdenken und mehrfachen Rat einzuholen. Oder das richtige Buch zu lesen. Wir empfehlen das Buch von Gerd Kommer: "Kaufen oder mieten? Wie Sie für sich die richtige Entscheidung treffen".

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Achtung: Dieses Buch muss man durcharbeiten. Nicht jedes Kapitel liest sich locker runter, dafür erwartet den Leser ein fundiertes Buch, das mit so manchen Vorurteilen und vor allem den vielen falschen Mythen rund um den Immobilienkauf aufräumt.

Gerd Kommer nimmt kein Blatt vor den Mund und erläutert minutiös, welche Interessen Makler und Banken haben, mit welchen Kosten ein Wohnimmobilienkäufer tatsächlich langfristig rechnen muss – und unterlegt dies mit zahlreichen Tabellen und Rechenbeispielen. Besonders hilfreich für die Entscheidung ist ein Online-Rechentool, mit dem jeder Leser individuell nachrechnen kann.

Gerd Kommer: Kaufen oder mieten? Wie Sie für sich die richtige Entscheidung treffen: 248 Seiten, 24,95 Euro, Campus Verlag, ISBN 978-3-593-50157-4. Hier geht's direkt zum Buch.*

Machen wir es den Norwegern nach

Norwegen zählt heute zu den reichsten Ländern der Welt, weil die Skandinavier im Gegensatz zu anderen Staaten früh genug begannen, nicht Schulden anzuhäufen, sondern mit Köpfchen zu sparen und zu investieren. Natürlich kann man auch sagen, dass die Norweger einfach viel Glück hatten, als Ende der 60er-Jahre vor der norwegischen Küste ein großes Ölfeld entdeckt wurde. Das Ekofisk-Feld war tatsächlich der Auslöser dafür, dass der norwegische Staat auf die Idee kam, die Einnahmen nicht für Prestigeprojekte zu verpulvern, sondern das Geld in einem Fonds anzulegen – ganz so, wie es viele institutionelle Anleger und gut informierte Privatanleger seit vielen Jahrzehnten machen.

Der Norwegische Staatsfonds hat es seitdem zu einem stattlichen Vermögen gebracht: 1042 Milliarden Euro war er Ende 2020 schwer – und ist damit der größte Staatsfonds der Welt. Dabei wird der Erfolg des Ölfonds nicht allein dadurch gespeist, dass die staatlichen Einnahmen aus dem schwarzen Gold Jahr für Jahr hier einfließen, vielmehr liegt es auch an der äußerst geschickten Anlagestrategie der norwegischen Zentralbank, die das Vermögen verwaltet.

Der Finanzjournalist und Nordeuropa-Korrespondent Clemens Bomsdorf hat diese Erfolgsgeschichte aufgegriffen und zeigt in einem Buch auf, wie die norwegische Finanzformel funktioniert. Schließlich hat der Ölfonds, der von einer Abteilung der Zentralbank unter Yngve Slyngstad gelenkt wird, in den letzten 20 Jahren jährlich rund sechs Prozent Rendite erwirtschaftet. Das haben die findigen Staatsanleger aber auch nur geschafft, weil sie Risiken eingingen (unter anderem an den Aktienmärkten), gleichzeitig aber klug und breit das Vermögen streuten und vor allem außerhalb des Landes auf renditeträchtige Anlagen setzten.

Was die Norweger können, kann im Prinzip jeder Privatanleger auch, sagte sich Clemens Bomsdorf und erklärt die norwegische Erfolgsformel – gut erzählt, mit anschaulichen Grafiken und immer wieder kleineren Erklärstücken. Bis auf wenige Fehlerchen (man merkt, das Buch ist topaktuell geschrieben!) serviert der Finanzjournalist solide Informationen. "Wir sind alle ein wenig norwegisch", macht er Mut und zeigt auch konkrete Anlageentscheidungen auf. Er veranschaulicht, worauf Anleger bei der Sparrate oder dem Anlageklassenmix achten müssen, welche Fehler vermieden werden können, und vergisst dabei ethische Aspekte nicht.

Ein gut lesbares Buch für Privatanleger, die der norwegischen Erfolgsformel nacheifern wollen, um selbst ein Vermögen aufzubauen – ohne dabei die Vernunft außer Acht zu lassen.

Clemens Bomsdorf: So werden Sie reich wie Norwegen. Genial einfach ein Vermögen aufbauen, 244 Seiten, 19,95 Euro, Campus Verlag, ISBN 978-3-593-50849-8. Hier geht's direkt zum Buch.*

Neues vom Finanzwesir

Mit Bloggern ist das so eine Sache. Vieles von dem, was über die Social-Media-Kanäle an Anlagetipps transportiert wird, hat mit vernünftiger Geldanlage nichts zu tun. Mitunter gibt es bei so manchem Blogger erhebliche Defizite beim aktuellen Stand des Finanzwissens. Nicht so bei Albert Warnecke, der als "Finanzwesir" seit vielen Jahren einen erfolgreichen und äußerst fundierten Blog unterhält. Da war es nur eine Frage der Zeit, dass Warnecke sein Wissen in Form eines Buches zu Papier bringt.

"Was Sie über Vermögensaufbau wirklich wissen müssen", lautet das Buch, das jetzt in zweiter, überarbeiteter Auflage auf den Markt gekommen ist. Ein Buch, das vor allem Einsteigern in die Welt der Geldanlage einen guten Überblick bietet und gut lesbar ist. Albert Warnecke nimmt sich Freiheiten und überspitzt auch mal gerne – aber alles mit dem Ziel, seinen Leserinnen und Lesern das mitunter durch Fachchinesisch geprägte Finanzanlage-Dickicht transparent zu machen.

Das gelingt Albert Warnecke gut, er erklärt nicht nur das Basiswissen vom magischen Dreieck der Geldanlage über die richtige Wahl der Assetklassen. Nein, er zeigt auch konkret auf, die die Rendite ins Depot kommt und spricht auch die psychologischen Fehler an, die immer wieder gerne gemacht werden. Endlich mal ein Finanzbuch, das authentisch, lesenswert und nützlich zugleich ist.

Albert Warnecke: Der Finanzwesir 2.0 – Was Sie über Vermögensaufbau wirklich wissen müssen, 24,95 Euro, 432 Seiten, Tredition Verlag, ISBN: 978-3-7345-7981-3. Hier geht's direkt zum Buch.*

Finanziell unabhängig

Wir sind ein Volk von Sparern: 2400 Milliarden Euro liegen aktuell an Kundeneinlagen bei deutschen Banken – damit sind wir Europameister. So beruhigend es in Krisenzeiten ist, genügend liquides Vermögen angespart zu haben, so wenig Nutzen bringen Sparkonten, Tages- oder Festgelder. Denn angesichts der aktuellen Zinslage verliert dieses Geld im Laufe der Zeit immer mehr an Wert. Dabei sparen ja die meisten Menschen, um sich in Zukunft etwas Gutes leisten zu können, ihren Lebensunterhalt zu bestreiten oder ihren Lebensabend besser gestalten zu können.

Wer spart, verzichtet aktuell auf Konsum. "Wird das gesparte Geld gut angelegt, steht es zu einem späteren Zeitpunkt zuzüglich der erzielten Rendite zur Verfügung. Eine hohe Rendite ermöglicht damit einen höheren Konsum in späteren Perioden und unterstützt das von uns definierte Ziel der Maximierung des Konsums über das Leben", heißt es dazu in dem Buch "Die genial einfache Vermögensstrategie", das der einflussreiche Ökonomie-Professor Martin Weber gemeinsam mit vier weiteren Finanzwissenschaftlern herausgebracht hat.

Das Buch ist uns aufgefallen, denn gut lesbare Bücher von Wissenschaftlern zu Geldfragen sind selten. Dabei können sie Anlegern im Auf und Ab der Finanzmärkte mitunter die Übersicht verschaffen, die sie im Alltag selbst nicht haben können. Wie spare ich mein Geld am besten, damit es möglichst gute Renditen erzielt und ich möglichst wenig Risiken eingehe? Am Ende sind auf 255 Seiten nicht nur die neuesten (und einige schon länger bekannte) Erkenntnisse aus der Finanzforschung zusammengetragen worden, sondern auch klare Hilfestellungen der Autoren für den Aufbau eines Vermögens.

"So gelingt die finanzielle Unabhängigkeit", verspricht der Untertitel des Buches. Das ist nicht zu vollmundig, denn Weber und seine Kollegen gehen ausführlich auf das Lebenszykluskonzept ein: Vermögen, Einkommen und Konsum beeinflussen maßgeblich, ob es uns gelingt, im Lauf unseres Lebens tatsächlich die finanzielle Unabhängigkeit zu erreichen. Vielen Menschen gelingt dies nicht, weil sie öfter mal falsche Investment-Entscheidungen treffen – oder eben auch mal keine Entscheidung, wie die hohen Spargeldeinlagen zeigen.

Ihr Wissen haben die Wissenschaftler gut verpackt, sie zeigen auf, wie jeder mit einer konsequenten Vermögensstrategie tatsächlich zu Vermögen kommt. Hier kommen wir zu einer weiteren Eigenheit der deutschen Anleger: Das Vermögen der Haushalte steigt mit zunehmenden Alter – und zwar auch dann, wenn die Menschen in die Rente gehen. "Die meisten Menschen vermeiden also das Entsparen im Alter. Ihr Leben lang bleibt das monatliche Einkommen höher als der monatliche Konsum. Am Ende freuen sich darüber wohl vor allem die Erben", konstatieren die Autoren. Gut, dass sie daher auch ein Kapitel dem Thema "Entspar-Strategien im Alter" gewidmet haben.

Martin Weber, Heiko Jacobs, Christine Laudenbach, Sebastian Müller, Philipp Schreiber: Die genial einfache Vermögensstrategie – So gelingt die finanzielle Unabhängigkeit, 255 Seiten, 27,95 Euro, Campus Verlag, ISBN 978-3-593-51238-9. Hier geht's direkt zum Buch.*

Ruhestand ohne (finanzielle) Sorgen

Genau an dieser Stelle setzt ein zweites Buch an, das wir an dieser Stelle ebenfalls empfeh- len. Gerd Kommer, jener Spezialist für ETFs (Exchange Traded Funds, börsengehandelte Indexfonds), dessen preisgekröntes Werk "Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs" seit vielen Jahren zur Pflichtlektüre für Anleger gehört, hat jetzt ein Buch herausgebracht, das alle anspricht, die bald in Rente gehen oder bereits in Rente sind und ihr Vermögen nutzen (wollen oder müssen), um ihren Lebensabend gut gestalten zu können. Denn mit der gesetzlichen Rente allein werden es vor allem künftige Rentner-Generationen nicht schaffen, ihren Lebensstandard auch nur annähernd halten zu können.

"Souverän investieren vor und im Ruhestand. Mit ETFs Ihren Lebensstandard und Ihre Vermögensziele sichern" lautet der Titel des neuen Buches, das damit gleichzeitig ein Versprechen ist. Und die Leser werden nicht enttäuscht. Fundiert und detailliert erklärt der Münchner Vermögensverwalter die Grundlagen der Finanzportfolio-Verwaltung: Risiko-Streuung, Kosten, Weltportfolio, Sparpläne bis hin zur Versorgung des Partners, Schenkungen und gar Stiftungen – so weit reicht die Bandbreite.

Vor allem auf eine der entscheidenden Fragen liefert Gerd Kommer reichlich Antworten: "Reicht mein Geld?" Lesenswert sind insbesondere die Seiten, die sich mit Auszahl-Strategien befassen. Denn auch Geldausgeben will gelernt sein – und so zeigt Kommer auf, wie es gelingt, sein Vermögen auch über lange Zeiträume von 20, 30 oder mehr Jahren zu gestalten.

Gerd Kommer: Souverän investieren vor und im Ruhestand. Mit ETFs Ihren Lebensstandard und Ihre Vermögensziele sichern. 343 Seiten, 27,95 Euro, Campus Verlag, ISBN 978-3- 593-51245-7 und

Gerd Kommer: Souverän investieren mit Indexfonds & ETFs, 372 Seiten, 32,00 Euro, Campus Verlag, ISBN 978-3-593-50852-8. Hier geht's direkt zum Buch.*

Finanztest-Doppel

Gleich zwei Bücher der Stiftung Warentest können wir empfehlen. Nummer eins ist das 416 Seiten dicke "Handbuch Geldanlage" der Stiftung Warentest, das als Bibel der Geldanlage gilt. Enthalten sind in dem Kompendium unter anderem Anlagestrategien für unterschiedliche Anlegertypen – von der einfachen Zinsanlage über Aktien, Fonds bis hin zu Anleihen und Rohstoffen. Das Buch ist verständlich geschrieben und enthält viele gut erklärende Grafiken.

Stiftung Warentest: Handbuch Geldanlage, 39,90 Euro, 416 Seiten, ISBN: 978-3-7471-0205-3. Hier geht's direkt zum Buch.*

Wer tiefer in Anlagestrategien einsteigen möchte, dem ist die "Finanztest Strategie" ans Herz gelegt. Auf 178 Seiten haben die Finanztest-Journalisten zahlreiche Beispiele aufgeführt, wie man bequem Geld mit ETFs (Exchange Traded Funds) anlegen kann. ETF-Anlagen in breite Indizes sind besonders kostengünstig und vor allem auf lange Sicht vielversprechend. Denn in vielen breiten Märkten schaffen es viele Fondsmanager nicht, den Index zu schlagen. Dass die Anlage in ETFs kein Hexenwerk ist und sogar besonders einfach ist, zeigt die Stiftung Warentest mit ihrem Pantoffel-Portfolio. Das Buch richtet sich an Einsteiger und Fortgeschrittene.

Stiftung Warentest: Die Finanztest-Strategie. Bequem Geld in ETF anlegen mit unserem Pantoffel-Portfolio, 19,90 Euro, 178 Seiten, ISBN: 978-3-7471-0275-6. Hier geht's direkt zum Buch.*

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