Jedes Glas Alkohol in der Schwangerschaft ist schädlich. Viele Schwangere trinken zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen oder an Silvester ein Glas Sekt – nach dem Motto: Ein Gläschen wird schon nicht gefährlich sein. Laut einer Umfrage halten sogar 18 Prozent der Deutschen geringe Mengen Alkohol in der Schwangerschaft für legitim.

Der Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland (BKJPP) warnt allerdings: Sogenannte Fetale Alkohol-Spektrum-Störungen sind der häufigste Grund für angeborene Behinderungen. Jährlich kommen etwa 10 000 Kinder (mehr als ein Prozent der Neugeborenen) mit dieser Erkrankung auf die Welt.

Schon ein Glas Alkohol kann derart schlimme Folgen haben, weil es nicht nur von der Menge abhängt, ob das Ungeborene geschädigt wird. Die zentrale Rolle spielt die individuelle Alkoholtoleranz von Mutter und Kind. Ist diese sehr niedrig, reicht bereits wenig Bier oder Wein aus, um Störungen auszulösen.