"Die ganze Spießigkeit dieses sonst sehr schönen Landes ballt sich am Sonntagabend, 20.15 Uhr", schrieb Marie Schmidt über den Tatort. Im April 2016 war das, und Heike Makatsch hatte gerade in ihrem ersten Fall ermittelt. Eigentlich sei sie ja "das Idealbild weiblicher Lässigkeit", aber schon mit ihrer ersten Dialogzeile hüstele sie "beflissen ihren Dienstgrad ins Telefon: 'Hallo, hier Hauptkommissarin Berlinger.' Ach du meine Güte! Hoffentlich hält ihre Coolness das aus."

Sie hielt es aus – trotz der teils vernichtenden Kritiken, und wenn der SWR an diesem Ostermontag den zweiten Makatsch-Tatort sendet – inzwischen aus Mainz –, kann die 46-Jährige das beweisen. Kein "Dienst nach Vorschrift", sondern die beeindruckende Weiterentwicklung einer Rolle, die fast schon an Makatschs eigene Weiterentwicklung seit Viva erinnert. "Heike Makatsch war cool. Jetzt wird sie 'Tatort'-Kommissarin", schrieb Schmidt 2016. Und damit, ergänze ich, noch cooler.