Über Til Schweigers aktuellen Film "Klassentreffen 1.0" war schon viel zu lesen. Es gab Positives – über Besucher und Umsätze –, hauptsächlich aber Kritik. Glaubt man ihr, geht es in dem Streifen vor allem um Genitalien älterer Männer, verpackt in Feinripp und Pennälerhumor.

Schwulen- und frauenfeindlich sei der Film noch dazu. Dabei sind Klassentreffen, wie ich jetzt selbst erfahren durfte, ein wunderbarer Mix aus Komödie, Tragödie und Sozialstudie – und damit die perfekte Drehbuchvorlage. Doch ihr Humor ist komplex, auch wenn es Altherrenwitze natürlich wirklich gibt – selbst bei gar nicht so alten Herren. Die echten Pointen aber sind nicht laut, sondern stecken eingeritzt auf Fensterbänken, in Schulchroniken oder Abiklausuren.

Und: in all den Versprechungen eines solchen Abends – rückwärtsgewandt als "Wir waren echt ein wilder Haufen!" oder in die Zukunft gerichtet als: "Klar. Wir gehen gerne bald mal was trinken!"