Mit "Betrunkene Bäume" legt Ada Dorian einen bemerkenswerten Debütroman vor.

Mit "Ullstein fünf" hat der Ullstein-Verlag einen Ableger geschaffen, der junge, ungewöhnliche Literatur fördern will. Wie gut das gelingt, zeigt "Betrunkene Bäume", der Debütroman der Autorin Ada Dorian. Darin erzählt die für den Bachmann- Preis nominierte Schriftstellerin die Geschichte von Erich, einem ehemaligen Forscher, expeditionserprobt und einsam. Mit seinen über 80 Jahren ist er wie einer dieser windschiefen Bäume, denen er auf seinen Reisen nach Sibirien begegnet ist: isoliert, in Schieflage geraten, entwurzelt.

Auch Katharina geht es so. Die Abiturientin ist von zu Hause abgehauen – und auch wenn sie in ihrem Leben noch lange nicht so viel erlebt hat: Auch sie ist einer dieser "betrunkenen Bäume", denen Dorians Roman seinen Titel verdankt. Und dann, eines Tages, begegnen sich Erich, der eine Schuld mit sich herumträgt, und Katharina, die auf der Suche zu sein scheint. Und Dorian beschreibt diese Begegnung und ihre lebensverändernde Wirkung so mühelos und klar, mit nahbaren, klassischen Figuren, dass man kaum glauben mag, es hier mit einer Nachwuchsautorin zu tun zu haben.

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