2007 beendete er seine Karriere. Eigentlich. Jetzt sind zumindest seine Songs zurück auf der Bühne. Und er selbst? prisma erzählt er seine Pläne.

Wie spreche ich Sie an – als Wolfgang Petry, bürgerlich als Franz Hubert Wolfgang Remling oder als den BluesSänger Pete Wolf?

Ganz wie Sie möchten. Ich bin da sehr flexibel, genau wie meine unterschiedlichen musikalischen Veröffentlichungen.

Vor mehr als einem Jahrzehnt haben Sie sich komplett aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Gab es bei Ihnen nie so etwas wie einen "Entzug"?

Nein, ich habe keine Entzugserscheinungen. Ganz im Gegenteil: Ich fühle mich sauwohl und habe sehr viel Spaß an meinen aktuellen Themen. Das Musical "Wahnsinn" steht ab Februar auf der Bühne, Pete Wolf hat eine CD veröffentlicht. Und Wolfgang Petry ist ja auch noch da.

Einmal Musiker, immer Musiker. Kann man da überhaupt konsequent aufhören?

Na ja, das kommt darauf an, womit man konsequent aufhört. Für meine Live-Auftritte kann ich das sagen. Aber einmal Musiker, immer Musiker, das stimmt schon. Ich bin gerne und viel im Studio und mache neue Musik.

Der unverwechselbare PetrySound und das Musical "Wahnsinn" – wie passt das musikalisch zusammen?

Das habe ich mich im ersten Moment auch gefragt. Aber nachdem ich dann bei einem Workshop zum Musical anwesend war, hatte ich das Gefühl, die Musical- Macher wissen, wie es geht. Die Songs passen super zur Story.

Was war Ihre "Rolle" bei der Entwicklung des Musicals?

Ich habe alle Songs, die nicht zu den großen Hits zählen, aber gute und wichtige Lieder sind, in Erinnerung gerufen und die Musical- Macher mit Ideen gefüttert. Ich habe ihnen erzählt, um welche Gefühle es im Leben meiner Leute geht. Daraus ist jetzt eine sehr unterhaltsame wie emotionale Handlung entstanden.

Macht Ihnen das nicht Lust, doch noch einmal als "Wolle" Petry in den Ring zu steigen?

Ich bin jetzt 66 Jahre alt und habe ein Musikerleben ohne die Bühne gefunden. Auch heute noch läuft keine Party ohne Petry.

Was begründete Ihren musikalischen Erfolg?

Ich denke, wir waren damals mit unseren Texten schon etwas der Zeit voraus, beispielsweise bei "Scheißegal". Somit ist das heute immer noch ziemlich aktuell. Im Radio wollte das niemand spielen, aber meine Leute haben es damals gemocht – und sie hören die Songs noch immer gerne.