Ein Aspekt der Handmade- und DIY-Kultur ist seit jeher auch der Hang zum Umweltbewusstsein und zur Nachhaltigkeit. Vielen sind herkömmliche Produkte auf dem Markt nicht mit den richtigen Materialien produziert, anderen wiederum sind die Transportwege zu weit oder der Preis ist ganz einfach zu hoch. Daher wird selbst Hand angelegt und der Kreativität freien lauf gelassen. "Selbermachen" im weiteren Sinne muss allerdings, gerade in Hinsicht auf Nachhaltigkeit, nicht immer bedeuten, etwas zu basteln oder zu kreieren. Stattdessen kann es auch bedeuten, Dinge selbst in die Hand zu nehmen, eigenständiger zu werden und Probleme oder Themen unkonventioneller anzugehen, als dies vielleicht die meisten anderen tun. Wir zeigen mit zehn Tipps, wie Nachhaltigkeit im Haushalt schnell und effektiv gelebt werden kann.

Müll reduzieren

Eine der am einfachsten und am schnellsten umzusetzenden Möglichkeiten, einen nachhaltigen Haushalt zu führen, ist es, immer bewusst darauf zu achten, Müll zu trennen und zudem auch so wenig Müll wie möglich zu produzieren. Das geht auf die unterschiedlichste Weise:

  • Bei der Mülltrennung – für jeden nachhaltigen Haushalt Pflicht – ist vor allem auf das getrennte Sammeln von Altpapier und Altglas zu achten. Denn beides lässt sich fast vollständig wiederverwerten, womit Wasser und Energie gespart werden. So entlastet ein Kilogramm wiederverwertetes Altglas das Klima in etwa so stark, wie der Verzicht auf eine knappe 2,5 Kilometer lange Autofahrt. Für wiederverwertetes Altpapier sind es sogar fast vier Kilometer. Zudem gibt es jede Menge Möglichkeiten, aus Altglas Neues entstehen zu lassen.
  • Der umweltfreundlichste Müll ist natürlich jener, der abseits der Mülltrennung, überhaupt gar nicht erst anfällt. Um starke Müllentstehung zu vermeiden, ist schon beim Einkauf darauf zu achten, vorwiegend wiederverwertbare Produkte und Mehrweg-, statt Einwegprodukte zu kaufen. Auch Dinge wie Putztücher oder Abschminktücher sind Produkte, die in der Regel mehrfach verwendet werden können. Man muss nur erst einmal daran denken.
  • Beim Einkauf gilt es zudem, einen Plan im Kopf zu haben, was genau in den kommenden Tagen benötigt wird und was nicht. So werden Impulskäufe und das Wegwerfen von Lebensmitteln, die nicht verzehrt werden konnten und schlecht wurden, vermieden. Falls Dinge übrigbleiben, die schnell verderben können, ist Kreativität gefragt. Lässt sich vielleicht ein Fond daraus herstellen? Lassen sich die Sachen einkochen? Kann man am nächsten Tag eine Suppe daraus zaubern, die sich einfrieren lässt?
  • Inzwischen finden sich in vielen Städten heute sogenannte Unverpackt-Läden, bei denen Lebensmittel nicht in Plastikverpackungen, sondern meist in großen Gläsern in den Regalen stehen. Kunden bringen ihre eigenen Behältnisse mit und bekommen die Lebensmittel abgefüllt. Auf Dauer lässt sich so beim Einkaufen eine Menge Müll vermeiden. Dass es sich bei den Produkten in der Regel um regionale und hochwertige Produkte handelt, dürfte sich von selbst verstehen.
  • Übrigens lässt sich auch bei Nicht-Lebensmitteln Müll vermeiden. So kann beispielsweise eine eigene Trinkflasche mit Leitungswasser gefüllt werden, statt abgefülltes Wasser zu kaufen, wiederaufladbare Akkus können Batterien ersetzen und Elektrogeräte die kaputtgehen, müssen nicht immer ersetzt, sondern können in sogenannten Repair Cafés in vielen Städten sogar kostenlos mit Hilfe anderer repariert werden.

Nachhaltige Elektronik

Muss es denn unbedingt der leistungsfähigste Computer, das multifunktionalste Smartphone oder der größte Kühlschrank sein? Wer sich mit weniger Leistung zufrieden gibt und auf Funktionen verzichten kann, die letztlich wohl doch nur in den wenigsten Fällen verwendet werden, verhält sich deutlich nachhaltiger. Denn je mehr Leistung etwa ein Rechner bringt, desto mehr Strom verbraucht er eben auch.

Wenn die Leistung dennoch wichtig ist, weil beispielsweise viele Computerspiele gespielt werden, die einen schnellen Prozessor und eine Grafikkarte der Spitzenklasse erfordern, sollte zumindest die Energieeffizienz des Computers im Auge behalten werden. Ist das Gerät mit dem "EnergyStar"- Label ausgezeichnet, handelt es sich dabei um ein stromsparendes Bürogerät. Laptops verbrauchen übrigens in der Regel immer deutlich weniger Strom, als Desktop-PCs mit ähnlicher Ausstattung.

Bei nachhaltiger Elektronik sollte weiterhin die Möglichkeit gegeben sein, das Gerät schnell und unkompliziert auszuschalten und nicht nur in den Standby-Modus zu versetzen. Denn Letzterer ist eigentlich nur für kurze Pausen gedacht. Leuchtet irgendwo noch ein kleines Lämpchen oder blinkt dieses sogar, verbraucht das Gerät immer noch nutzlos Strom. Als Faustregel kann man sich merken: Wer ein Gerät länger als eine Stunde nicht nutzt, sollte es ausschalten.

Typische Kleingeräte im Haushalt, die nur eine einzige Aufgabe erfüllen, wie beispielsweise der Eierkocher oder der Wasserkocher, tun dies übrigens in der Regel sehr effizient. Eier im Eierkocher zu kochen spart also eine Menge Energie im Vergleich zum Topf mit Wasser auf dem Herd. Bei Haushaltsgeräten gilt außerdem: Vor dem Kauf immer einen Blick auf die Energieverbrauchskennzeichnung werfen, die angibt, ob ein Gerät vergleichsweise viel oder wenig Strom verbraucht.

Strom sparen

Energie kommt zwar in der Regel aus der Steckdose, sie kommt dort allerdings nicht "einfach so" heraus. Das bedeutet: Der Strom muss zunächst irgendwo und irgendwie gewonnen werden und dieser Gewinnungsprozess kann nachhaltig sein oder eben nicht.

Es gilt, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, dass unterschiedliche Stromanbieter Energie durch verschiedene Verfahren gewinnen, beziehungsweise unterschiedlich gewonnene Energie vertreiben. Nachhaltige Energie oder erneuerbare Energie wird etwa durch Offshore-Windparks gewonnen, in denen Türme mit Turbinen in windigen Gebieten wie an der Nordsee auf dem Festlandsockel im Meer aufgebaut werden, um hier die Kraft des Windes in Energie umzuwandeln. Oder mit Photovoltaik-Anlagen, welche mit Hilfe der Sonnenstrahlung elektrischen Strom erzeugen.

Ein nachhaltiger Haushalt sucht sich einen Energieanbieter, der an die Zukunft denkt und versucht, möglichst klimaschonend Energie zu gewinnen. Wichtig ist natürlich, auf den Preis zu achten.

Neben einem etwaigen Wechsel des Stromanbieters zu einer nachhaltigen Alternative, gilt es dann zudem, mit diesem Strom im Haushalt selbst nachhaltig umzugehen. Und egal, ob im Bad, in der Küche oder im Arbeitszimmer – in jedem Zimmer im Haus kann nachhaltiger gelebt werden. So lohnt es sich fürs Bad beispielsweise programmierbare Thermostate zuzulegen, die nur einmal eingestellt werden müssen, um die gesamte Duschzeit angenehm warm werden zu lassen. In der Küche wird eine für den Topf passende und keine zu große Herdplatte benutzt und mit Deckel gekocht, im Arbeitszimmer eine für den Sitzabstand geeignete Monitorgrößen gewählt und im Zweifel eher abgespeckt (je mehr Zoll, desto größer der Stromverbrauch). All diese kleinen Maßnahmen sparen Geld, Strom und schonen die Umwelt.

Richtig Heizen

Der erste Tipp zum richtigen Heizen lautet nicht etwa, weniger heizen, sondern: Heizkörper niemals zuhängen oder versperren. Denn fast alle Heizkörper arbeiten nach dem Konvektionsprinzip. Das heißt, dass die Luft im Raum sich erwärmt, nach oben aufsteigt und sich im Zimmer verteilt, während kalte Luft zum Heizkörper strömt, um sich daran wieder zu erwärmen. Verdecken jedoch Gardinen, Vorhänge oder Sonstiges den Heizkörper, wird die Zirkulation der Luft gestört und der Radiator kann nicht mehr so effizient arbeiten. Lässt man den Heizkörper frei und unverdeckt kann er am effizientesten arbeiten.

Tipp Nummer Zwei lautet nun tatsächlich: Weniger Heizen. Wer im Winter die Heizung nicht auf Anschlag dreht, spart mit jedem Grad knapp sechs Prozent an Heizenergie. Die ideale Raumtemperatur beträgt 20 Grad – alles darüber ist eigentlich unnötig und geschieht auf Kosten der Umwelt und höherer Ausgaben. Mit einer hübschen selbstgemachten Kuscheldecke ist es abends auf dem Sofa dann trotzdem richtig gemütlich.

Die Rollläden und Türen der Wohnung oder des Hauses spielen ebenfalls eine entscheidende Rolle beim nachhaltigen Heizen. Denn wer abends im Herbst und Winter die Rollläden ganz herunterlässt, verringert dadurch den Verlust wertvoller Heizenergie, die sonst über die Fenster entweichen würde. Der Rollladen dämmt dabei aber nicht allein, denn auch die Luftschicht zwischen Laden und Fensterscheibe wirkt isolierend und damit energiesparend.

Auch Zimmertüren sollten möglichst immer geschlossen gehalten werden. Denn Räume im Haus werden in der Regel unterschiedlich stark geheizt. Bleiben Türen offenstehen, gleichen sich auch die Temperaturen durch die natürliche Luftzirkulation aus. Wer die Türen geschlossen hält, sorgt dafür, dass die Wärme nur dort ist, wo sie auch wirklich gebraucht wird. Ein einfacher, selbstgemachter Zugluftstopper hilft ebenfalls, die Wärme besser im Raum zu halten.

Richtig lüften

Tägliche Frischluft in der Wohnung ist wichtig. Nur wer täglich und richtig lüftet (auch das Bundesministerium gibt dazu Tipps), vermeidet Schimmelbildung und fördert die eigene Gesundheit. Gerade in Wohnräumen in denen sich sehr viele Pflanzen oder andere Feuchtigkeitsquellen, wie Wäsche oder Zimmerspringbrunnen befinden, muss sorgfältig gelüftet werden. Spätestens wenn die Qualität der Luft von einem der Personen im Raum als unangenehm empfunden wird, ist dringend eine Stoßlüftung angesagt.

Da allerdings mit der verbrauchten Luft auch Wärme das Haus verlässt, gilt es, durch nachhaltiges Lüften, den Wärmeverlust zu begrenzen. Nur so lässt sich Energie sparen und gleichzeitig die Umwelt schonen. Stoßlüften ist hier am besten geeignet. Und das am besten mehrmals täglich nur knapp drei Minuten lang. Zudem ist es sinnvoll, wenn quer von Fenster zu Fenster gelüftet wird, da so der Luftaustausch abgeschlossen ist, ehe die Wände stärker abkühlen können. Wer das Fenster dagegen über mehrere Stunden hinweg gekippt hält, bewirkt das genaue Gegenteil. Der Luftaustausch funktioniert dann nur sehr träge, wohingegen kontinuierlich Wärme das Haus verlässt. Eine Ausnahme bildet natürlich der Sommer, wo die Fenster selbstverständlich auch den ganzen Tag über gekippt gelassen werden können – gerade mit etwas Wind findet dann ein kontinuierlicher Luftaustausch statt.

Wind eignet sich auch wunderbar, um sich den Strom für den Wäschetrockner zu sparen. Am besten trocknet nasse Kleidung natürlich im Freien. Gut gelüftete Kellerräume oder ein Dachboden eignen sich aber auch hervorragend.

Nachhaltige Kleidung

Grundsätzlich lässt sich zwischen zwei verschiedenen Modeformen unterscheiden: Fast Fashion und Slow Fashion. Ein Großteil der Kleidung, die in Schaufenstern vor allem großer Modehäuser hängen oder die sich online bestellen lässt, kann als Fast Fashion bezeichnet werden. Diese Mode ist nicht nachhaltig. Denn sie muss in riesigen Mengen produziert werden und ist darauf ausgerichtet, möglichst viel Profit zu generieren.

Das geschieht in der Regel ohne Rücksicht auf die Umwelt und zum Leid vieler an der Produktion Beteiligter – vorneweg den Arbeitern in Billiglohnländern, die nicht selten auch für Jobs in der Textilbranche ihre Gesundheit oder gar ihr Leben aufs Spiel setzen.

Slow Fashion steht dieser Entwicklung entgegen und versucht meist tatkräftig eine bewusste und Alternative zu bleiben. Es geht bei diesem Konzept darum, die Arbeitsbedingungen aller Beteiligter zu verbessern, Transparenz im Produktionsprozess herzustellen und letztlich auch darum, ein nachhaltigeres Konsumverhalten möglich zu machen.

Die einfachsten Möglichkeiten, sich nachhaltig zu kleiden, sind Folgende:

  • Auf Siegel achten, die beispielsweise darüber aufklären, ob es sich bei der für das Kleidungsstück verwendeten Baumwolle um Bio Baumwolle handelt
  • Darauf achten, dass Textilien ohne den Einsatz von Chemikalien hergestellt wurden
  • Extrem billige Mode großer Modeketten meiden
  • Kleidung selber machen
  • Kleidung aus nachhaltigen Materialien kaufen. Viele wissen nicht, dass es heutzutage möglich ist, stilvolle Mode aus den unterschiedlichsten Ausgangsstoffen herzustellen. Diese können zum Beispiel sein: Milch, Algen, Hanf oder Modal (Material, das aus Buchenholz hergestellt wird).

Umgang mit Lebensmitteln

Wer mit Lebensmitteln wirklich nachhaltig umgehen möchte, muss im Grunde jede Woche einen Essensplan erstellen, an den er sich mehr oder weniger konsequent hält. Was anfangs ein wenig umständlich und anstrengend klingen mag, zahlt sich aber doppelt aus. Denn zum einen lässt sich damit oftmals eine ganze Menge Geld sparen und die Umwelt schonen, da Spontankäufe und das Wegwerfen von Lebensmitteln vermieden werden. Zum anderen spart man sich den Stress, sich zu fragen, wann, was und wieviel gekocht werden soll.

Doch auch in Hinblick auf ganz konkrete Lebensmittel und den Umgang mit ihnen lässt sich die Nachhaltigkeitsbilanz des Haushalts drastisch verbessern:

  • Auf Flugobst sollte weitestgehend verzichtet werden. Stattdessen ist es nachhaltiger, regionales Obst zu kaufen, welches bestenfalls auch gerade Saison hat.
  • Auch die Reduzierung des Fleischkonsums und der Verzehr von mehr pflanzlicher Kost verkleinert in der Regel den ökologischen Fußabdruck.
  • Je weniger gekocht und industriell Verarbeitetes gekauft und konsumiert wird, desto geringer ist der CO2-Ausstoß bei der Produktion und Zubereitung. Gemüse etwa kann deshalb mit Kräuterquark oder anderen leckeren selbstgemachten Dips ruhig des Öfteren auch einmal roh verzehrt werden.
  • Die Wenigsten können auf Butter als Brotaufstrich verzichten. Der Wechsel zur Margarine allerdings ist nicht besonders schwer und deutlich nachhaltiger. Denn für Margarine wird bei der Herstellung deutlich weniger CO2 verbraucht, als bei der Herstellung der gleichen Menge Butter.

Ökologisch Arbeiten

Im Arbeitszimmer – egal ob im Büro oder eben Zuhause im eigenen Haushalt – lässt sich sorgenfrei und nachhaltig arbeiten. Das gelingt am besten, indem darauf geachtet wird, nicht zu viel Papier zu verbrauchen. Das fängt beim Papierkauf selbst an. Recyclingpapier kann am Umweltzeichen "Der Blaue Engel" erkannt werden. Nur bei mit diesem Zeichen versehenen Papier kann man sich sicher sein, dass es sich um umweltfreundliches Papier handelt. Es besteht dann zu 100 Prozent aus Altpapier und es wurden bei der Produktion Wasser und Energie gespart: Im Vergleich zu Frischfaserpapier wird nur rund die Hälfte der Energie und ein Drittel der Wassermenge gebraucht.

Auch beim Ausdrucken lässt sich Papier sparen. Denn selbst, wenn die meisten es gewohnt sind, Papier einseitig zu bedrucken, können manche Ausdrucke auch doppelseitig erfolgen. Eine Verkleinerung des Textes und ein Ausdruck mehrerer Seiten auf ein Blatt spart ebenfalls Papier und schont damit die Umwelt. Wer Tinte sparen möchte kann übrigens die Druckqualität oder die Druckgeschwindigkeit herabsetzen. Schrift und Bilder werden dann ein wenig heller.

Die Änderung des Umgangs mit Papier ist aber nicht die einzige Möglichkeit, beim Arbeiten Geld zu sparen. Wer viel am Computer sitzt, sollte seine Suchanfragen beispielsweise über "Ecosia", statt über Google, stellen. Denn die Online-Suchmaschine nutzt die Yahoo-Server und investiert für jede 56. Suchanfrage einen Baum für Aufforstungsprojekte in Burkina Faso und anderen Ländern. Über 32 Millionen Bäume wurden von Ecosia-Nutzern bereits gepflanzt (Stand Juli 2018).

Pflegeroutine ändern

Für die meisten Menschen beginnt der Morgen im Badezimmer. Wer guten Gewissens in den Tag starten und seiner Gesundheit einen Gefallen erweisen möchte, sollte zum einen weniger Wasser verbrauchen und zum anderen auf Bio, statt auf Chemie setzen – und das gilt für Putzmittel (manche davon lassen sich einfach durch eine selbst hergestellte Variante ersetzen), genauso wie für Kosmetikprodukte.

  • Für ein Vollbad werden rund 140 Liter Wasser benötigt. Das klingt enorm viel, weshalb einige Haushalte gut und gerne auf regelmäßiges Baden verzichten können. Was vielen aber nicht bewusst ist: Auch beim Duschen wird mehr Wasser verbraucht, als man denkt. Knapp 20 Liter fließen pro Minute aus der Leitung. Wer also fünf Minuten lang duscht, hat ebenfalls schon einen Verbrauch von 100 Litern. Nachhaltig ist eine fünfminütige Dusche also allemal nicht.
  • Wattepads, Abschminktücher & Co. werden nach einmaligem Gebrauch immer sofort entsorgt. Besser ist es, sich waschbare Alternativen im Drogeriemarkt zu besorgen. Mikrofaser-Abschminktücher beispielsweise lassen sich ganz einfach mit zur Kochwäsche geben und danach wiederverwerten.
  • Bei den Kosmetikprodukten gilt es ebenfalls auf Bio umzuschwenken. Die meisten herkömmlichen und verlockend aussehenden Produkte nämlich enthalten giftige Inhaltsstoffe, wie Aluminium oder Plastik. Bio-Kosmetik hingegen besteht in der Regel zumindest aus etwa 95 Prozent biologisch angebauten und besser verträglichen Inhaltsstoffen. Wer genau wissen will, was in seiner Kosmetik enthalten ist, kann auch hier auf selbst hergestellte Alternativen zurückgreifen.
  • WC-Steine versprechen wohlriechenden Duft aus der Toilette und Hygiene. Allerdings belasten die enthaltenen Tenside sowie die Duft- und Farbstoffe das Abwasser und die Verpackung und das Plastikkörbchen verursachen unnötigen Müll. Ganz abgesehen davon, dass die Reinigungswirkung der Steine sehr gering ist. Viel besser: Einmal pro Woche mit der Klobürste die Toilette reinigen und zusätzlich einen Öko-WC-Reiniger benutzen, um Kalkablagerungen vorzubeugen.
  • Reinigungs- und Waschmittel ist ebenfalls oft schädlich für die Umwelt und können in jedem Haushalt einfach durch ein ökologisch abbaubares Konzentrat ersetzt werden.

Nachhaltigkeit auf allen Ebenen

Wohnzimmer und Schlafzimmer sollten vor allem gemütlich und kuschelig sein. Gerade wenn es intimer wird, muss alles stimmen. Allerdings schadet es ganz und gar nicht und tut der gemütlichen Stimmung keinen Abbruch, wenn auch hier nachhaltig gelebt wird. Beim Kerzenlicht fängt es an: Selbst, wenn Kerzen eine schöne Stimmung verbreiten, ist deren Gebrauch in Grenzen zu halten. Denn handelsübliche Kerzen bestehen aus Paraffin – einem Erdölprodukt. Oder aus Stearin, welches aus Palmöl gewonnen wird. Beides nicht gerade nachhaltige Rohstoffe.

Umweltfreundlicher sind dagegen LED-Lampen: Sie sind knapp 800 Mal effizienter als Kerzen und haben – insofern man sie mit Ökostrom betreibt – eine unschlagbare Umweltbilanz.

Bei Bettwäsche und den Stoffen für Bezüge des Sofas oder der Kissen im Wohnzimmer geht es um die Wahl der richtigen Stoffe. Am nachhaltigsten sind Mischfasern, die aus Hanf, Bambus oder Soja gewonnen werden. Die negativen

Auswirkungen der Hanfgewinnung sind dabei nur knapp halb so groß, wie es bei Baumwolle der Fall ist. Hanf wächst so dicht, dass keinerlei chemische Hilfe bei der Schädlingsbekämpfung notwendig ist.

Und zuletzt kann auch bei der schönsten Nebensache der Welt noch auf die Umwelt geachtet werden. Denn im Vergleich zur Antibabypille beispielsweise, bei deren Nutzung die in ihr enthaltenen Hormone über den Urin ins Abwasser und damit in den Wasserkreislauf gelangen, bilden Kautschuk-Kondome eine umweltfreundliche Verhütungsmethode. Diverse Kondomhersteller fördern mit der Verwendung von fair gehandeltem Kautschuk sogar bio-soziale Projekte und schützen damit Konsumenten wie Produzenten gleichermaßen.