Die in einer Cloud – englisch für "Wolke"– gespeicherten Dokumente, Fotos oder Filme wabern nicht etwa durch den Cyberspace. Sie liegen recht sicher verwahrt auf der Erde. Wir erklären, wie das Ganze funktioniert.

Ein Klick auf dem neuen Smartphone – und schon landet das gerade geschossene Urlaubsfoto in der Cloud. Viele Hobbyfotografen sichern auf diese Weise ihre Urlaubserinnerungen in einem der Online-Speicher von Anbietern wie Flickr, Google, Apple oder Telekom. Dort lassen sich die Fotos an einer zentralen Stelle ablegen und bequem mit anderen teilen. Dazu wird einfach ein Link verschickt, der zu den freigegebenen Fotos führt. Das ist viel einfacher, als mit Fotoanhängen überfrach-tete Rundmails an Freunde und Verwandte zu schicken.

Die Cloud ist allgegenwärtig. Jeder nutzt sie, auch wenn er sich dessen vielleicht gar nicht bewusst ist: Etwa, um über ein E-Mail-Postfach zu kommunizieren, für Computerspiele oder zum Teilen und Bearbeiten von Dokumenten mit anderen Nutzern. Doch was genau ist die Cloud überhaupt – und wo ist sie? Fragt man die Experten, so sagt etwa Michael Korbacher, Chef von Google Deutschland, Österreich und der Schweiz: "Konkret ist die Cloud eine Zusammensetzung mehrerer Server in Rechenzentren, so dass Daten von überall per Internet abgespeichert und abgerufen werden können." Daniel Stern, Country-Manager von Dropbox, beschreibt es so: "Die Cloud ist ein Zuhause für Fotos, Videos, Texte und alles an-dere, was Nutzer sicher und unkompliziert mit anderen teilen möchten. Da man nicht genau sagen kann, auf welchem Server welche Daten lagern, spricht man von einer Datenwolke."

Wer die Wolke nutzen will, braucht keine gesonderte Hardware. Mit einem internetfähigen PC, Tablet oder Smartphone meldet er sich beim Anbieter seiner Wahl für den entsprechenden Dienst an. Vor allem bei Geräten mit demselben Betriebssystem wird die Synchronisation der

Daten über die Wolke leichtgemacht: Alle Daten auf einem der Geräte sind auch auf allen anderen vorhanden – vorausgesetzt, der Nutzer aktiviert einen entsprechenden Dienst. Apple etwa bietet die iCloud an, bei Microsoft heißt er One Drive und bei Android-Geräten Google Drive (siehe Kasten). Doch auch bei Geräten mit unterschiedlichen Betriebssystemen hilft die Cloud: mit übergreifenden Diensten wie Dropbox oder HiDrive. Der Vorteil: Kommt eines der Geräte abhanden oder geht kaputt, sind die Daten nicht verloren.

Klingt bequem, aber ist das auch sicher? Vielen Menschen ist die Cloud noch immer buchstäblich zu wolkig. Außerdem hört man immer wieder von Hackerangriffen auf große Anbieter, die Kundendaten abgreifen. Die betroffenen Unternehmen reagieren mit erhöhten Sicherheitsmaßnahmen und fordern ihre Kunden zum regelmäßigen Ändern ihrer Zugangsdaten auf. Selbst Cloud-Experten sagen, dass es eine hundertprozentige Sicherheit nicht geben kann. Hier muss jeder für sich abwägen, wozu er die Wolke nutzen möchte. Was die Datenspeicherung betrifft, so sollte jeder die Daten, die ihm besonders am Herzen liegen, zusätzlich mit regelmäßigen Backup-Programmen auf einem physikalischen Speicher wie einer externen Festplatte oder einem USB-Stick sichern. Nur für alle Fälle, damit man nicht im Regen steht, wenn es doch einmal zu einem Wolkenbruch kommen sollte.