2017 teilen sich Köln und Paris die Eishockey-WM. Die deutsche Mannschaft will dabei durchaus oben mitspielen.

Geht es nach Franz Reindl, dem Präsidenten des Deutschen Eishockey- Bundes (DEB), dann soll die Eishockey-WM 2017 Schule machen. Die Arbeitsteilung der beiden Austragungsorte Köln und Paris nennt er ein "Zukunftsmodell" auch für andere Sportarten. Ein Land alleine könne ein solches Turnier mit all den wachsenden Anforderungen kaum noch stemmen. Dabei, so verrät er auch, sei es eigentlich eine "Schnapsidee" gewesen, die er und sein französischer Verbandskollege Luc Tardiff da spät abends gehabt hätten – im wahrsten Sinne des Wortes.

Aus dieser Schnapsidee nun wird vom 5. bis 21. Mai 2017 das wichtigste Turnier im Eishockey – ausgetragen in der Kölner Lanxess-Arena und der AccorHotels-Arena in Paris. Und dem Gastgeber Deutschland, der sich auch sportlich für das Turnier qualifiziert hat, rechnet Reindl durchaus Chancen aus: "Wir haben das Potenzial, sehr weit zu kommen", sagt er und fügt hinzu: "Marco Sturm und seine junge Truppe haben gezeigt, dass wir ein Riesenpotenzial haben." Dabei haben es die Deutschen in Gruppe A mit starken Gegnern zu tun: Neben der Slowakei, Dänemark, Italien und Lettland warten in der Vorrunde auch die USA, Russland und Schweden auf Sturms Truppe.

Damit die deutsche Nationalmannschaft ihren Heimvorteil auch genießen kann, bestreitet sie – genau wie die Franzosen – ihre Spiele allesamt im eigenen Land. Und die Lanxess-Arena, in der sonst die Kölner Haie zu Hause sind, dürfte die entsprechende Kulisse bieten. 860.000 Tickets wird es insgesamt für die WM geben, darunter natürlich Einzeltickets, aber auch Tageskarten, die für alle Spiele eines jeweiligen Spieltages im Paket gelten und bis zu zehn Prozent Rabatt bieten. Und noch einen bei IIHF-Eishockey-Weltmeisterschaften ganz neuen Service haben die WM-Organisatoren speziell für die reisenden Fans eingerichtet: Neben Eintrittskarten können auch gleich Unterkünfte für Köln und Paris sowie Fahrkarten für die nur gut dreistündige Bahnfahrt zwischen den beiden WM-Städten mit dem Hochgeschwindigkeitszug Thalys gebucht werden. Fahrkarten für die Strecke Köln-Paris sind ab 35 Euro für die einfache Fahrt in der Komfortklasse CF2 erhältlich.

Die Ticketpreise für die Spiele beginnen bei 19 Euro in der Kategorie 5 für die Gruppenphase und gehen bis 89 Euro für das Finale, ein Spiel in der Kategorie 1 schlägt mit 59 bis 229 Euro zu Buche. Tagestickets liegen zwischen 34 und 145 Euro für die Kategorie 5 und zwischen 106 und 397 Euro für Kategorie 1. Team-Tickets gibt es ab 133 Euro, hier ist das Kontingent für die deutsche Mannschaft jedoch schon vergriffen.

Organisatorisch dürfte das Event für die Stadt Köln kein großes Problem darstellen. Während Paris, das solch eine Veranstaltung zuletzt im Jahr 1951 gestemmt hat, vom Eishockey-erfahrenen Nachbarland lernen will, ist es für die Domstadt nach 1955, 2001 und 2010 schon die vierte WM. Und ein Team dürfte sich auf das erneute Gastspiel am Rhein ganz besonders freuen: Tschechien, in diesem Jahr in einer Gruppe mit Weltmeister Kanada und dem WM-Zweiten von 2016, Finnland, konnte hier zwei der letzten drei Titel holen. Bleibt abzuwarten, wie gut dieses Omen wirklich ist.

Die Gegner des DEB-Teams:

  • 5. Mai 2017, 20.15 Uhr, USA
  • 6. Mai 2017, 20.15 Uhr, Schweden
  • 8. Mai 2017, 16.15 Uhr, Russland
  • 10. Mai 2017, 20.15 Uhr, Slowakei
  • 12. Mai 2017, 20.15 Uhr, Dänemark
  • 13. Mai 2017, 20.15 Uhr, Italien
  • 16. Mai 2017, 20.15 Uhr, Lettland