Warum erfinden Krokodile keine Boote, wir Menschen aber kommen alle Nase lang mit etwas Neuem um die Ecke? Erfindungen, Ideen, Visionen. Und: Wie funktioniert das eigentlich – kreativ sein? Schließlich gibt es Menschen, die anscheinend ständig Geistesblitze haben, und andere, denen das nie passiert. Diesen Fragen gehen der Neurowissenschaftler David Eagleman und der Komponist Anthony Brandt in einem aufsehenerregenden Buch nach.

Dabei zeigen sie, dass alle großen Ideen und Erfindungen nach drei Mustern geschehen. Und dass es selbst zwischen zwei so unterschiedlichen Ereignissen wie der Rettung der Apollo-13-Mission und der Erschaffung von Picassos Gemälde "Les Demoiselles d'Avignon" Parallelen gibt. Es ist nämlich keineswegs so, dass Ideen aus heiterem Himmel entstehen: Neuerungen "sind immer der letzte Zweig im Stammbaum der Erfindung" – ob es um das iPhone geht oder um Kunst, um Architektur oder Wissenschaft.

Auf dieser Basis decken die Autoren auf einfache und einleuchtende Art auf, nach welchen Mustern wir kreativ werden. Und das tun sie derart verständlich und pragmatisch, dass dieses Buch tatsächlich ein Lehrbuch ist. Und das, so zeigen die Autoren, wird dringend gebraucht, denn: "Leider tun unsere Schulen nichts, um Innovation zu unterrichten. Kreativität beflügelt die Neugierde und Ausdrucksfähigkeit junger Menschen, doch sie wird unterdrückt, weil sich andere Fähigkeiten leichter in Prüfungen abfragen lassen."

Und so bleibt diesem Buch zweierlei zu wünschen: dass es ein Bestseller wird. Und zum Standardwerk in unseren Schulen.