Bücher über die Berge gibt es wie Sand am Meer. Wanderbücher, Bildbände, Reiseführer. Doch ganz oben, wo die Qualität hoch und die Luft dünn ist, da sortieren sich Bücher wie Uli Wiesmeiers "Berg" ein – opulent und atemberaubend.

Wiesmeier hat versucht, die Alpen in 18 Begriffen zu fassen zu kriegen, Begriffen wie "Bergsteiger", "Bergsee" oder "Bergblume". Und zu jedem dieser Begriffe gehören Texte und Fotos, die derart die Augen öffnen, wie es selten gelingt.

Da steht uns beispielsweise Franz Vögele gegenüber, in speckiger Lederschürze vor seinem Schmiedeofen, um auf der gegenüberliegenden Seite, nur beleuchtet von seiner Stirnlampe, durch den nachtdunklen Wald auf Skiern davonzufahren. Kunstschmied und Bergretter ist er – und in solchen Paaren, auch Bildpaaren, denkt und arbeitet Wiesmeier in diesem Buch.

Die Texte dazu sind oft so etwas wie Reportagen, wie in den Fotos geht es in ihnen um die Widersprüche, um Alt und Neu, "nicht aber um Gut und Schlecht, Schön oder Hässlich". Was nicht heißt, dass sie nicht ihre ganz eigene, packende Ästhetik hätten – im Gegenteil. Sie sind, und das ist keine Übertreibung, spektakulär.

Titel: Berg
Autor: Uli Wiesmeier
Verlag: Knesebeck
Seitenzahl: 328
Preis: 75 Euro (hier bei Amazon bestellen)