In "Das Kindermädchen: Mission Mauritius" erwartet die Zuschauer zur Primetime eine liebevolle und lustige Familienkomödie mit Saskia Vester als Henriette Höffner.

"Rentenansprüche zurzeit: 17,95 Euro", verkündet der Mitarbeiter des Arbeitsamtes Henriette Höffner (Saskia Vester). Von der Busfahrerin bis zur Kioskbesitzerin hat die lebhafte Bayerin schon zahllose Tätigkeiten ausprobiert, jetzt braucht sie eine innovative Idee, um wieder Geld zu verdienen – aber diesmal so richtig. Kein Problem für Henriette: Sie gibt im Internet vor, eine Agentur für Kindermädchen zu leiten und beschafft sich so einen Job als Nanny. Der führt sie, wie das in Märchen eben so ist, sofort vom kalten München auf die Trauminsel Mauritius.

Der verwitwete Geschäftsmann Dieter Waldner (Stephan Grossmann) und seine zwei Töchter nehmen Henriette auf der Insel in Empfang. Bisher hat es keine Nanny länger bei den beiden Mädchen ausgehalten, doch schnell stellt Henriette fest, dass das weniger an den Kindern liegt als am Vater. Dieter hat klare Vorstellungen, wie sein Nachwuchs erzogen werden soll und setzt Prioritäten: Die Schulnoten müssen eben stimmen. Schnell geraten die lockere Rentnerin und der sture Witwer aneinander.

Denn Henriette sieht das mit der Erziehung alles ganz anders. Wenn sie der Meinung ist, die Kinder lernen zu viel, verkündet sie eben kurzerhand: "Schulfrei!" und verbringt mit ihnen einen Tag in der Natur. Obwohl der Haussegen sowieso schon schief hängt, bringt Dieter noch weitere Unruhe in das Familienleben: Er möchte seinen Kindern seine neue Freundin (Susanna Simon) vorstellen. Während der frisch Verliebte durch die rosarote Brille kaum etwas sieht, fällt Henriette schnell auf, dass die Blondine etwas im Schilde führt.

Humvorvoll umgesetzte Idee

Die Komödie lebt sehr gut von der bodenständigen und authentischen Art von Saskia Vester. Die Rolle der leicht chaotischen, rustikalen, aber in allen Bereichen liebevollen Henriette scheint der Schauspielerin auf den Leib geschrieben. Wenn das Aushilfs-Kindermädchen mit dem Linksverkehr nicht klarkommt oder ihre bayerischen Spezialitäten serviert und das alles mit einer gewissen Selbstverständlichkeit tut, muss man eben doch immer wieder Schmunzeln.

Drehbuchautor Martin Rauhaus nahm sich ein eigentlich wenig populäres Thema vor und tat dies mit einem gewissen Anliegen. Die Tätigkeit als Leihoma oder auch der Aupair-Job im fortgeschrittenen Alter – so etwas ist nicht umsonst im Kommen. Die Story zeigt, dass Rentner sehr wohl noch arbeiten und sich mit einer ertragreichen Beschäftigung gewinnbringend in die Gesellschaft einbringen können. Regisseur Peter Gersina setzt diese Botschaft humorvoll um und unterhält mit lustigen Dialogen und herrlichen Landschaftsaufnahmen aus Mauritius. Ein Wohlfühl-Streifen, der einlädt, dem herbstlichen Deutschland für 90 Minuten zu entkommen.


Quelle: teleschau – der Mediendienst