"Bauer sucht Frau"-Friedrich packt über psychische Belastung in der Landwirtschaft aus
Friedrich Dieckmann wurde durch "Bauer sucht Frau" einem großen Publikum bekannt. Nun nutzt der Landwirt seine Reichweite für ein ernstes Thema. Nach der Veröffentlichung einer Studie über Suizide in der Landwirtschaft spricht der 29-Jährige über den hohen Druck in seinem Beruf – und erklärt, dass er diesen aus eigener Erfahrung kennt.
Suizide in der Landwirtschaft: Studie zeigt deutlich erhöhtes Risiko
Anlass für Friedrichs Äußerungen ist eine Ende August veröffentlichte Untersuchung zu Suiziden in der Landwirtschaft und anderen sogenannten grünen Berufen in Bayern.
Demnach wurden zwischen 2017 und 2024 insgesamt 463 Suizide bei Menschen erfasst, die hauptberuflich in diesen Bereichen tätig waren. Bei Männern zwischen 18 und 59 Jahren lag die geschätzte Suizidrate 3,4-mal so hoch wie in der übrigen Bevölkerung. Die Autoren der Erhebung weisen jedoch darauf hin, dass eine methodisch sichere Berechnung schwierig sei.
"Bauer sucht Frau"-Friedrich spricht offen über psychische Belastung
"Die Zahlen haben mich wirklich erschüttert", sagt Friedrich gegenüber RTL. Der "Bauer sucht Frau"-Kandidat möchte dazu beitragen, dass offener über psychische Belastungen gesprochen wird und gibt preis: "Naürlich kenne ich diesen Druck auch selbst."
Vor allem während der Spargelsaison, der Aussaat oder der Getreideernte seien die Tage lang und arbeitsintensiv. Feste Arbeitszeiten seien Fehlanzeige. "In der Landwirtschaft richten sich die Arbeitszeiten eben nicht nach einem Arbeitsvertrag oder einer festgelegten Wochenarbeitszeit, sondern nach dem Wetter und den betrieblichen Notwendigkeiten", erklärt Friedrich.
Friedrich über Landwirte: Der familiäre Betrieb erhöht oft den Druck
Zusätzlicher Druck entsteht durch wirtschaftliche Sorgen. Für viele Landwirte gehe es nicht nur um ihren Arbeitsplatz oder ihre Existenz. Landwirtschaftliche Betriebe sind oftmals bereits seit Generationen in Familienhand ist. Entsprechend groß könne die damit einhergehende Verantwortung werden.
Auch die unter Männern noch weit verbreitete Einstellung sieht Friedrich als Problem: "Man packt an, löst seine Probleme selbst und zeigt möglichst keine Schwäche." Genau in diesem Denken sieht der Landwirt ein Hindernis. "Ich glaube, wir müssen lernen, dass es keine Schwäche ist, über seine Sorgen zu sprechen oder sich Hilfe zu holen. Niemand muss immer stark sein und alles allein schaffen."
Bereits in einem Beitrag in den sozialen Medien hatte Friedrich auf das Thema aufmerksam gemacht und versucht, zu sensibilisieren. Er schrieb er unter anderem über Zukunftsängste, Geldsorgen und Einsamkeit und mahnte, dass trotz ständiger digitaler Vernetzung echte zwischenmenschliche Nähe auf der Strecke bleiben könne.
Bauer Friedrich: "Kein Betrieb ist es wert, dass ein Mensch daran zugrunde geht"
Besonders für Menschen, die sich mit ihren Sorgen alleingelassen fühlen, hat der Bauer eine klare Botschaft: "Du bist nicht allein und du musst auch nicht alles allein schaffen.". Familie, Freunde, Berufskollegen oder professionelle Ansprechpartner könnten erste Anlaufstellen sein.
Für den "Bauer sucht Frau"-Star steht fest: "Kein Betrieb, keine Ernte und keine wirtschaftliche Verpflichtung ist es wert, dass ein Mensch daran zugrunde geht." Gleichzeitig appelliert er auch an das Umfeld von Betroffenen, genauer hinzusehen, nachzufragen und zuzuhören.
Hinweis: Wer selbst Suizidgedanken hat oder sich in einer akuten psychischen Krise befindet, kann sich rund um die Uhr und anonym an die Telefonseelsorge wenden. Sie ist kostenlos unter 0800 1110111 und 0800 1110222 erreichbar.
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