Terror am CSD

CSD in Berlin: So reagieren die Stars auf den tödlichen Anschlag

29.07.2026, 15.13 Uhr
Nach dem tödlichen Anschlag auf den Berliner CSD herrscht Entsetzen. Zahlreiche Stars reagieren mit Trauer, Wut und Solidarität – und senden eine klare Botschaft.
Zum Gedenken an Opfer eines Anschlages niedergelegte Blumen und Progress-Pride-Fahne auf die ein schmaler Sonnenstrahl fällt.
Zum Gedenken an die Opfer des Anschlages auf den CSD wurden Blumen, Kerzen und eine Progress-Pride Fahne abgelegt, auf die die Sonne einen Strahl als mögliches Zeichen der Liebe wirft.  Fotoquelle: picture alliance/dpa | Sebastian Christoph Gollnow

Was als friedliches Fest der Vielfalt begann, endete in einer Tragödie. Tausende Menschen feierten am Samstag den Christopher Street Day in Berlin. Sie tanzten, sangen und demonstrierten für Vielfalt, Gleichberechtigung und Sichtbarkeit. Doch am Abend fand die ausgelassene Stimmung ein jähes Ende: Ein brutaler Terroranschlag erschütterte die Veranstaltung und versetzte Besucher, Künstler und Veranstalter in tiefe Bestürzung.

Nur kurze Zeit zuvor hatten zahlreiche prominente Künstler auf den Bühnen des CSD gestanden und gemeinsam mit den Besuchern gefeiert. Umso größer war der Schock, als sich die Nachricht von der Gewalttat verbreitete. Innerhalb weniger Stunden meldeten sich viele bekannte Gesichter aus der deutschen Musik- und Fernsehwelt in den sozialen Netzwerken zu Wort. Ihre Botschaften unterschieden sich zwar im Ton, hatten jedoch eine gemeinsame Aussage: Mitgefühl für die Opfer, Solidarität mit der LGBTQIA+-Community und ein klares Bekenntnis gegen Hass und Gewalt.

Sarah Connor erlebte den Schock aus nächster Nähe

Besonders betroffen zeigte sich Sarah Connor (46). Die Sängerin war nur kurze Zeit vor dem Anschlag selbst auf der Bühne am Brandenburger Tor aufgetreten. Nach ihrem Act bedankte sie sich zunächst bei den Fans für die besondere Atmosphäre und die vielen Emotionen. Sie beschrieb den Abend als voller Liebe, Freude und Zusammenhalt.

Nur wenig später kippte die Stimmung. Ein Transporter raste durch den Tiergarten und erfasste zahlreiche Besucher. Eine junge Frau starb, 29 Personen wurden teils lebensgefährlich verletzt. Die Veranstaltung wurde abgebrochen, die Beteiligten mussten den Bereich räumen. In einer emotionalen Instagram-Story erklärte Sarah Connor, ihr fehlten angesichts der Tat die Worte. Sie sprach den Angehörigen und Betroffenen ihr Mitgefühl aus und machte gleichzeitig deutlich, dass sie sich von Gewalt nicht einschüchtern lassen wolle.

Ihr Appell fiel eindeutig aus: Gerade jetzt gebe es allen Grund, laut zu bleiben und sich weiterhin für Vielfalt einzusetzen. Später erklärte sie zudem, sie würde jederzeit wieder beim Berliner CSD auftreten – im nächsten Jahr sogar "noch lauter, noch bunter".

Bill Kaulitz und "Tokio Hotel" senden ein starkes Signal

Auch Bill Kaulitz (36) reagierte noch in derselben Nacht. Der "Tokio Hotel"-Sänger richtete seine Gedanken an die Opfer, ihre Familien und Freunde. "Tokio Hotel" bezeichneten den CSD als Symbol für Liebe, Freiheit, Akzeptanz und das Recht, sich ohne Angst zu entfalten.

Die Band betonte, dass Hass und Gewalt niemals stärker sein dürften als Mitgefühl und Solidarität. Für viele Fans waren diese Worte ein wichtiges Zeichen in einer Situation, die von Verunsicherung und Chaos beherrscht wurde.

Herbert Grönemeyer trauert um die Opfer

Herbert Grönemeyer (70) kommentierte den Anschlag mit bewegenden Worten. Der Musiker sprach von stiller Anteilnahme und dumpfer Wut über den heimtückischen Angriff auf ein Fest, das für Zusammengehörigkeit, Offenheit und Liebe stehe.

Der Sänger rief dazu auf, innezuhalten und zusammenzustehen. Seine Botschaft fokussierte darauf, dass der Anschlag für ihn nicht nur die unmittelbar Betroffenen traf, sondern darüber hinaus einen Angriff auf Werte verkörpere, die für viele Menschen von großer Bedeutung seien.

Ikkimel fordert Zusammenhalt statt Angst

Rapperin Ikkimel (29) reagierte höchst emotional. Sie zeigte sich fassungslos über die Tat und stellte klar, dass Liebe niemals ein Fehler und Hass niemals eine Antwort sein könnten. Zugleich appellierte sie an ihre Community, enger zusammenzurücken als je zuvor. Niemand dürfe sich einschüchtern lassen. Insbesondere in schwierigen Zeiten sei gegenseitige Unterstützung wichtig. Ihre Worte wurden von vielen Fans geteilt und fanden in den sozialen Netzwerken große Zustimmung.

Jochen Schropp schildert die Stimmung nach dem Anschlag

Moderator Jochen Schropp (47) führte gemeinsam mit Ricarda Hofmann (38) durch das Bühnenprogramm des Berliner CSD. Für ihn war der Tag zunächst von Freude und Liebe bestimmt. Nach dem Anschlag erlebte er zahlreiche Menschen, die unter Schock standen.

In einem Video berichtete Schropp von der bedrückenden Atmosphäre unmittelbar nach der Tat. Gleichzeitig äußerte er die Hoffnung, dass die Community diese schwere Zeit gemeinsam überstehen werde. Später warnte er zudem davor, den Anschlag politisch zu instrumentalisieren und dadurch den gesellschaftlichen Zusammenhalt zusätzlich zu gefährden.

Viele weitere Prominente melden sich zu Wort

Riccardo Simonetti (33) zeigte sich entsetzt darüber, dass solche furchtbaren Nachrichten inzwischen zur Realität in Deutschland gehörten. Peter Plate (59) erinnerte daran, dass Pride seit Jahrzehnten für Freiheit, Vielfalt, Respekt und Menschlichkeit stehe. Jeanette Biedermann (46) sprach von einem grausamen Anschlag auf ein lebensfrohes Fest voller Liebe. Auch die "No Angels" erklärten, sie stünden fest an der Seite der Pride-Community.

Darüber hinaus meldeten sich unter anderem Singer-Songwriterin LEA (34), Musiker Wavvyboi (28), Sängerin LUNA (23), Karaoke Jesus (Alter geheim), Moderatorin Ruth Moschner (50), Moderatorin Dunja Hayali (52), Singer-Songwriterin Maite Kelly (46), Schlagersängerin Mia Julia (39), Singer-Songwriterin Kerstin Ott (44), Reality-TV-Star Nicolas Puschmann (35) und weitere Künstler sowie Moderatorinnen und Moderatoren mit persönlichen Botschaften der Anteilnahme und Solidarität.

Alle verbindet ein gemeinsamer Tenor: Liebe soll stärker sein als Hass

Musiker, Moderatoren oder Entertainer – ihre Botschaften unterschieden sich in den Formulierungen, mündeten jedoch im selben Gedanken. Viele lobten den Christopher Street Day als einen Ort der Freiheit, der Sichtbarkeit und des friedlichen Miteinanders. Gewalt dürfe diese Werte nicht zerstören.

Immer wieder wurde der Appell laut, sich nicht einschüchtern zu lassen und den eingeschlagenen Weg in Richtung Vielfalt und gegenseitigen Respekt fortzusetzen. Es sei nach dem Anschlag äußerst wichtig, sich auch weiterhin klar zu positionieren und den Zusammenhalt innerhalb der Community zu stärken.

Der Anschlag überschattet einen Tag der Vielfalt

Der Berliner Christopher Street Day sollte einen Tag des Feierns, der Begegnung und der Solidarität markieren. Stattdessen endete er mit einer Tragödie, die viele Menschen tief erschütterte. Die Reaktionen der prominenten Künstler zeugen von tiefer Anteilnahme und ihrer engen Verbindung mit der LGBTQIA+-Community.

In ersten Reaktionen drückten sie Trauer, Wut und Fassungslosigkeit aus. Viele äußerten die Überzeugung, dass Hass und Gewalt nicht das letzte Wort haben dürfen. Die Botschaften der Künstler ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie auch künftig für Vielfalt, Akzeptanz und Menschlichkeit eintreten werden – und dass der Christopher Street Day für sie ein unanfechtbares Symbol der Freiheit darstellt.

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