Journalismus im Wandel

Domhnall Gleeson: Keine Ahnung von Romanzen, aber Kreuzworträtsel-Profi

23.09.2026, 10.43 Uhr
Domhnall Gleeson verkörpert in "The Paper" den Herausgeber Ned Sampson. Seine Erfahrungen am Set haben seinen Blick auf die Herausforderungen im Journalismus nachhaltig verändert.
Domhnall Gleeson
"The Paper" hat seinen Blick auf Journalisten verändert, sagt Serien-Star Domhnall Gleeson.  Fotoquelle: 2026 Getty Images/Vittorio Zunino Celotto

Zeitungen kämpfen ums Überleben, während Journalisten jeden Tag die nächste Geschichte liefern müssen. In der zweiten Staffel von "The Paper", die jetzt bei Sky und WOW zu sehen ist, geht dieser Kampf für den "Toledo Truth Teller" weiter. Mittendrin: Domhnall Gleeson in der Rolle des Herausgebers Ned Sampson.

Zwei Staffeln in der fiktiven Redaktion haben Gleesons Blick auf den Journalismus verändert. "Ich wusste, dass Journalisten hart arbeiten, und ich wusste, dass die Zeitungsbranche in Schwierigkeiten steckt", erzählt der 43-Jährige gegenüber der Agentur teleschau. Nach zwei Staffeln und zahlreichen Gesprächen mit echten Journalisten sieht er beides noch drastischer: "Mir wurde klar, dass sie noch härter arbeiten, als ich gedacht hatte – und dass sie noch größere Probleme haben, als ich dachte."

"Ich bin auf keinem dieser Social-Media-Dinger"

Seine eigenen Nachrichten bekommt Gleeson nicht über Instagram, TikTok oder X. "Ich bin auf keinem dieser Social-Media-Dinger", stellt der Ire klar. Stattdessen liest er mehrere Zeitungen, inzwischen allerdings häufig online. Eine Ausnahme macht er, wenn er in Irland ist. Dann kauft er sich noch eine richtige Zeitung – vor allem wegen des Kreuzworträtsels. "Das mache ich mit der Hand, mit einem Bleistift." Online wäre die Versuchung einfach zu groß, schnell nach der richtigen Antwort zu googeln. "Das ist einfach zu verlockend. Deshalb mache ich das nicht."

Wesentlich schlechter als beim Kreuzworträtsel ist Gleeson offenbar darin, Romanzen zu erkennen. Das passt ausgerechnet zur zweiten Staffel von "The Paper": Ned und Mare (Chelsea Frei) versuchen darin, ihre Gefühle beziehungsweise ihre Beziehung vor den anderen geheim zu halten. Gleeson glaubt, dass manche Menschen so etwas durchaus verbergen können. Problematischer werde es, wenn man seine Gefühle vor sich selbst verstecke – genau das habe Ned in der ersten Staffel getan. "Ich glaube, dafür zahlt man einen Preis. Und einiges davon kommt in Staffel zwei zurück."

"Ich bin immer der Letzte, der irgendetwas mitbekommt"

Ob Gleeson selbst merken würde, wenn zwei Kollegen heimlich ineinander verliebt sind? Eher nicht. "Ich bin immer der Letzte, der irgendetwas mitbekommt", gibt er zu. Selbst wenn es am Set eine Affäre gebe oder zwei Menschen aus unterschiedlichen Abteilungen plötzlich miteinander ausgingen, würde er vermutlich nichts bemerken. Und dann wird Gleeson noch deutlicher: "Die könnten direkt vor mir rummachen und ich würde einfach annehmen, sie proben für eine Amateurtheater-Aufführung."

Auch beruflich hat er mit Ned etwas gemeinsam. Nach einem abgeschlossenen Projekt kann Gleeson seinen Erfolg genießen – allerdings nicht besonders lange. "Ungefähr zwei Wochen bin ich ziemlich gut darin zu sagen: Ja, ich habe einen Job gemacht." Danach ist die Entspannung vorbei: "Dann fange ich an, in Panik zu geraten, was der nächste Job sein wird."

Die zweite Staffel von "The Paper" ist jetzt bei Sky und WOW zu sehen.


Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH
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