"Die Verräter": Warum Max Kruse am Ende wirklich verbannt wurde
Achtung, Spoiler! In diesem Artikel geht es um die Handlung der ersten sechs Folgen.
Max Kruse zeigt von Beginn an, dass er bei "Die Verräter" mehr will, als nur unauffällig mitzuspielen: Er möchte das Geschehen kontrollieren. Als "Taktik-Fuchs" analysiert er seine Mitspieler, bringt gezielt Namen ins Gespräch und versucht immer wieder, Entwicklungen früh für sich zu nutzen. Fünf Folgen lang geht diese Strategie erstaunlich gut auf. Doch am Ende wird ihm ausgerechnet das zum Verhängnis, was lange seine größte Stärke war.
Max ist keineswegs ein schlechter Verräter. Im Gegenteil: Er zeigt immer wieder, dass er Menschen für sich gewinnen kann. Besonders deutlich wird das bei Cathy Hummels: In Folge 3 konfrontiert sie ihn noch direkt mit dem Verdacht, er könne ein Verräter sein – doch Max schafft es, sie von seiner Unschuld zu überzeugen. Eine Folge später verteidigt Cathy ihn am Runden Tisch sogar offen. Auch Gabriel Kelly vertraut ihm irgendwann so sehr, dass er in Folge 5 sagt: "Von allen Leuten hier finde ich dich am korrektesten."
"Die Verräter": Max Kruse will die Kontrolle über das Spiel
Die Kehrseite zeigt sich allerdings auch schon früh. In Folge 1 rutscht Max bei einer Diskussion rund um mögliche Ermordungen der Satz "Wir haben uns das auch überlegt" heraus. Ania Niedieck bemerkt sofort das verdächtige "wir". Nur zwei Folgen später spricht Max davon, was "für die Loyalen" besser wäre – als würde er selbst nicht dazugehören. Diesmal wird Urs Meier hellhörig.
Beide Patzer sind zwar nicht fatal, zeigen aber: Max will immer wieder ins Spiel eingreifen. Wo Marijke Amado und Ralph Morgenstern Situationen auch mal laufen lassen, kommentiert und manipuliert Max. Das rettet ihn zeitweise – etwa, als er am Runden Tisch in Folge 4 mit dem Rücken zur Wand steht und es mit einer Gegenoffensive tatsächlich schafft, den Fokus auf Julia zu lenken.
"Die Verräter": Warum der Verdacht gegen Max Kruse immer größer wird
Trotzdem entwickelt sich im Laufe der Folgen ein Muster, das den Loyalen im Kopf bleibt. Gerade weil Max ständig taktiert, liefert er immer wieder neue Gründe, ihn verdächtig zu finden. Nina Meise streicht Max zwar nach einem anfänglichen Verdacht zunächst von ihrer Liste; später kehrt sie aber umso entschlossener zu ihm zurück und nennt ihn schließlich eine "Manipulationsmaschine". Urs hat Max ebenfalls über mehrere Folgen hinweg im Blick, stimmt mehrmals gegen ihn und nennt ihn schon in Folge 4 den "großen Manipulator".
Das unterscheidet Max am entscheidenden Runden Tisch auch von Marijke. Ihr Name fällt zwar ebenfalls ab und zu, doch bei den meisten Loyalen wird der Verdacht erst kurz zuvor wirklich konkret. Bei Max zieht sich dagegen eine ganze Reihe auffälliger Momente durch die Staffel: Sowohl Nina als auch Urs begründen ihre finale Stimme für Max explizit damit, dass sie ihn in der Vergangenheit immer wieder auf dem Zettel hatten.
"Die Verräter" Folge 6: Max Kruse taktiert bis zum Schluss
Auch am Tag seines Ausscheidens taktiert Max munter weiter. Cathy Hummels wird ermordet, obwohl sie zu seinen treuesten Unterstützerinnen gehörte. Max will genau das als Argument für seine Unschuld nutzen: Welcher Verräter würde schließlich jemanden beseitigen, der ihm so sehr vertraut?
Auch nach dem falschen Bungee-Sprung will er mehrere Schritte vorausdenken. Gabriel bekommt das Schutzschild, und Max überlegt sofort, wie er dieses Wissen ausnutzen könnte: Sollte Gabriel den Schutz vor den anderen Spielern geheim halten, könnte er ihn später zum Mord auswählen und damit seine eigene Loyalität unterstreichen. Wie gewohnt will Max dann nicht zurückstecken, als es um den Dolch geht; er will eben alles selbst kontrollieren. Ralph überlässt ihm die Waffe schließlich – doch der Preis ist hoch: Ralph ist so genervt, dass er sich endgültig gegen Max stellt.
"Die Verräter": Max Kruse scheitert an seinen eigenen Taktiken
Max fliegt also nicht wegen des einen großen Fehlers. Im Gegenteil: Viele seiner Manöver helfen sowohl dem Verräter-Trio als auch ihm persönlich. Er gewinnt Cathy und Gabriel für sich, lenkt Diskussionen und übersteht sogar einen Runden Tisch mit fünf Stimmen gegen sich.
Doch am Ende hat sich der Verdacht seit der ersten Folge in den Kopf vieler Loyaler gebrannt. Max schafft es zwar lange, davon abzulenken – aber verschwinden lassen kann er ihn nicht. Beim sechsten Runden Tisch reichen diese alten Zweifel schließlich aus, um Max endgültig einzuholen.
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