Zwölfjährige verschwand mitten in Berlin: Die "Aktenzeichen XY"-Fälle vom 19.8.
Was geschah mit der zwölfjährigen Sandra Wißmann? Seit fast 26 Jahren ist die Frage ungeklärt. Das Mädchen verschwand am 28. November 2000, nachdem sie im Kaufhaus am Berliner Hermannplatz ein Geschenk für ihre Mutter hatte kaufen wollen. Am Mittwoch, 19. August, 20.15 Uhr,wird der sogenannte "Cold Case" bei "Aktenzeichen XY ... ungelöst" im ZDF noch mal aufgerollt. Der von Rudi Cerne moderierte Fahndungsklassiker soll neue Hinweise zur Lösung beitragen.
Nach den Erkenntnissen der Ermittler verließ die Jugendliche am Nachmittag des 28. November 2000 ihr Zuhause in Berlin-Kreuzberg und machte sich auf den Weg in das Einkaufszentrum. Zwischen 16.30 und 17 Uhr wurde Sandra noch von Klassenkameradinnen auf dem Kottbusser Damm gesehen. Eigentlich hatte sie geplant, spätestens um 16 Uhr wieder zu Hause zu sein.
Doch die Zwölfjährige ging den Ermittlungen zufolge an ihrem Zuhause in der Böckhstraße vorbei und lief weiter in Richtung Planufer und Admiralbrücke. Danach verschwand sie spurlos. Wieso Sandra dorthin gelaufen ist, ist bis heute unklar.
Die Polizei erhofft sich außerdem Hinweise zu einem unbekannten Mann, der zur gleichen Zeit in der Nähe des Kottbusser Damms ein anderes Mädchen angesprochen haben soll. Unter dem Vorwand, Renovierungsarbeiten durchzuführen, bat er das Mädchen, eine Wasserwaage zu halten. Dieses ging darauf jedoch nicht ein. Ob der Unbekannte auch Kontakt zu Sandra gehabt haben könnte, ist nicht bekannt.
Mord am Silbersee stellt Ermittler vor ein Rätsel
Auch dieser Fall wird bei "Aktenzeichen XY" vorgestellt: Am 24. August 2025 machte ein Jogger am Silbersee bei Langenhagen einen Leichenfund. Wie sich herausstellen sollte, handelte es sich bei dem Opfer um Waldemar S. Dieser lebte mit seiner Frau in Langenhagen und traf sich am Vortag mit Freunden am Silbersee. Zu dem Treffen fuhr er mit seinem Fahrrad.
Die Gruppe traf sich an einer Parkbank, trank gemeinsam und hörte Musik. Nachdem seine Freunde nach Hause gegangen waren, blieb Waldemar S. alleine zurück. Was danach geschehen ist, ist bis heute nicht geklärt.
Die Polizei geht davon aus, dass sich die Tat zwischen 23 Uhr und Mitternacht ereignet haben muss. Der Verdacht liegt nah, dass Waldemar Opfer eines Angriffs wurde, denn sowohl an der Parkbank als auch an einer etwa 30 Meter entfernten Stelle im Gras, wurden Blutspuren sichergestetllt. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Opfer zu dieser Stelle getragen wurde, da zwischen den beiden Punkten keine Schleifspuren erkennbar waren. Ob es sich um einen einzelnen oder mehrere Täter handelte, ist nicht bekannt. Die Polizei hofft auf neue Hinweise zu Personen, die sich in der Nacht zum 24. August 2025 am Silbersee aufhielten oder die im späteren Verlauf mit blutverschmutzer Kleidung aufgefallen sind.
Brutale Vergewaltigung einer 18-Jährigen
Im dritten Fall der Sendung bitten die Ermittler um Hinweise zu einem Sexualdelikt. Zu dem brutalen Überfall auf eine 18-Jährige kam es am 8. November 2024 in Bad-Salzuflen. Die junge Frau verbrachte dort den Nachmittag gemeinsam mit einer Freundin und begleitete die Freundin danach zu einer Bushaltestelle. Die beiden Frauen teilten ihren "Live-Standort", um sich gegenseitig auf dem Nachhauseweg verfolgen zu können.
Die 18-Jährige machte sich zu Fuß auf den Weg nach Hause, als sie plötzlich auf der Höhe des Jugendclubs "@on" einen Mann hinter sich bemerkte. Als sie dann den Landschaftspark von Schötmar durchquerte, griff der Täter sie unvermittelt an und verging sich gewaltvoll an der jungen Frau. Die Freundin bemerkte, dass sich der "Live-Standort" ihrer Freundin nicht mehr änderte und versuchte, sie telefonsch zu erreichen. Nach einer halben Stunde beschloss die Freundin, aus dem Bus auszusteigen und sich von ihrer Mutter zu dem angezeigten Standort der 18-Jährigen bringen zu lassen. Dort fanden Mutter und Tochter die verletzte und traumatisierte Frau auf.
Die anschließenden Ermittlungen ergaben durch eine Analyse der DNA-Spuren, dass es sich bei dem Angreifer offenbar um einen Wiederholungstäter handelte. Am 13. Juli 2006 – 18 Jahre vor der Tat in Bad-Salzuflen – hatte der Unbekannte in Barntrup eine 17-Jährige auf ähnliche Weise angegriffen. Der Teenagerin gelang es zu fliehen, jedoch entwendete der Mann ihr Portemonnaie. Bei seiner Flucht ließ der Täter eine silberfarbene Sonnenbrille zurück, an der seine DNA festgestellt werden konnte.
Wieso starb der 59-jährige Roland Färber?
Auch im Fall des ermordeten Roland Färber (59) hoffen die Ermittler auf neue, wichtige Hinweise dank "Aktenzeichen XY ... ungelöst". Der 59-Jährige lebte aufgrund seiner Alkoholsucht in einer städtischen Sozialunterkunft in Itzehoe. Färber litt an einem schweren Hüftschaden, weshalb er auf Krücken angewiesen und arbeitsunfähig war.
Am 13. Juli 2025 bekam Roland Färber mittags Besuch von einem befreundeten Bewohner. Am nächsten Tag fand dieser den 59-Jährigen tot in seinem Zimmer auf. Zum Zeitpunkt seines Todes wurde bei dem Verstorbenen ein Blutalkoholwert von 1,7 Promille festgestellt. Der hinzugerufene Arzt ging zunächst davon aus, dass der Mann aufgrund seiner Alkoholsucht verstorben war. Bei einer zweiten Untersuchung der Leiche wurden dann jedoch Verletzungen festgestellt, die auf ein Tötungsdelikt hinweisen könnten. Die Hintergründe des Todes sind bis heute ungeklärt.
Quelle: teleschau – der mediendienst GmbH