Joseph H. Lewis

Lesermeinung
Geboren
06.04.1907 in New York City, USA
Gestorben
30.08.2000 in Santa Monica, Kalifornien, USA
Sternzeichen
Biografie
Als Sohn russisch-jüdischer Einwanderer in New York geboren, kam Joseph H. Lewis 1924 nach Los Angeles, wo sein älterer Bruder Ben ein angesehener Cutter bei MGM war. Sein erster Job: Laufbursche und Kamera-Assistent. Dann wechselte er zu der kleinen Produktionsfirma Mascot, wurde Leiter der Schnittabteilung, versuchte sich selbst als Cutter und arbeitete nebenher als "Title Director", das heißt er inszenierte Sequenzen, die Vorspanntiteln unterlegt wurden.

Sein Regiedebüt gab er 1937 bei Grand National als Co-Director von Crane Wilbur mit "Navy Spy". Bis 1942 drehte Lewis 23 Filme: billige Serienware - die meiste für Universal und Columbia. Doch seinen eigentlichen Durchbruch hatte er erst 1945 als Protegé des legendären Columbia-Chefs Harry Cohn mit "Mein Name ist Julia Ross".

1949 folgt der Kriminalfilm "Alarm in der Unterwelt" mit Glenn Ford, 1953 der Thriller "Schrei des Gejagten" mit Vittorio Gassman, 1955 der Western "Ein Mann wie der Teufel" und der Gangsterfilm "Geheimring 99". Joseph H. Lewis war einer der letzten Repräsentanten des alten Hollywood, das seine Wurzeln im ostjüdischen Ghetto hatte. Wovon er mit Witz und Vitalität erzählte - von der Realität des Films als Industrieprodukt und den Vorteilen des arbeitsteiligen Studiosystems, vom Kampf um Jobs und Gagen, seinen deprimierenden Hungerjahren und von der Arbeit als freier Regisseur - das ist mehr als nur anekdotische Filmgeschichte.

Lewis beschreibt auch ein Stück vergangenes Amerika und verrät dabei etwas von der Moral, die seine Generation geprägt hat. 1958, gerade mal fünf Jahrzehnte jung, zieht sich Lewis aus dem Kinogeschäft zurück, arbeitet noch bis 1966 fürs Fernsehen und inszeniert dort einige bemerkenswerte Episoden für Western-Serien wie "Rifleman" (1958), "Bonanza" (1959) und "Big Valley" (1965), um seine Karriere schließlich selbst abrupt und freiwillig ganz zu beenden - in einem Alter, in dem andere Filmemacher erst mit ihren besten Arbeiten begannen. Lewis wollte sich nicht länger einem ungesunden Produktionsstress aussetzen und überlebte so als zufriedener Privatier die meisten seiner produktiveren Kollegen und Altersgenossen - "as simple as that".

Weitere Filme von Joseph H. Lewis: "Courage of the West" (1937), "Singing Outlaw" (1937), "The Spy Ring" (1938), "Border Wolves" (1938), "The Last Stand" (1938), "Two-Fisted Rangers" (1940), "Blazing Six Shooters" (1940), "Boys of the City" (1940), "That Gang of Mine" (1940), "Return of Wild Bill" (1940), "The Man from Tumbleweeds" (1941), "Pride of the Bowery" (1941), "Arizona Cyclone" (1941), "Invisible Ghost" (1941), "Criminals Within" (1941), "The Mad Doctor of Market Street" (1941), "The Silver Bullet" (1942), "Secrets of a Co-Ed" (1942), "Boss of Hangtown Mesa" (1942), "Bombs Over Burma" (1943), "Minstrel Man" (1944), "The Falcon in San Francisco" (1945), "So Dark the Night" (1946), "Verrat in Schottland" (1948), "Ein Pferd namens October" (1948), "Gefährliche Leidenschaft" (1949), "A Lady Without Passport" (1950), "Feuerschutz für Stoßtrupp Berta" (1952), "Desperate Search" (1952), "Man On a Bus" (1955), "Die siebte Kavallerie" (1956), "Von Rache getrieben" (1956), "Sturm über Texas" (1957).

Filme mit Joseph H. Lewis

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