Brüssel, 12. Januar: Ungewöhnlich warm soll es an diesem Tag in der belgischen Hauptstadt werden. An diesem Tag ist der chaotische Kurierfahrer Miguel, der eigentlich aus Spanien stammt, mit wichtigen Unterlagen zum Flughafen unterwegs. Mit im Auto sitzen noch seine kleine, etwas neugierige Tochter Laura, seine gluckenhafte Mutter und die junge Ukrainerin Sonia, die es irgendwie geschafft hat, sich in das Land zu schmuggeln, um ihren verschwundenen Mann zu suchen. Sie fahren alle vier ihrem Schicksal entgegen. Eine explosive Mischung an einem sehr heißen Tag im Winter...

Die gelungene Tragikomödie ist das Kinofilmdebüt des in Belgien lebenden französischen Kameramannes und Kurzfilm-Regisseurs Stéphane Vuillet, der seine Tragikomödie im Stil seines großen Vorbilds Pedro Almodóvar inszenierte. Mit viel Einfühlungsvermögen, einer gehörigen Portion Witz und zum Teil überraschenden Bildern zeigt Vuillet die Verwicklungen im Leben seiner vier Protagonisten, die er dabei aber niemals bloßstellt. Sehenswert sind die darstellerischen Leistungen von Jacques Gamblin ("Mosaik eines Mordes", "Mademoiselle", "Ein Sommer auf dem Lande", "So sind die Tage und der Mond") als Miguel und Carmen Maura als dessen durchgeknallte Mutter. "25 Grad im Winter" war 2004 für den Goldenen Bären auf der Berlinale nominiert, die Trophäe ging dann jedoch an Fatih Akins gefeiertes Drama "Gegen die Wand".

Foto: Arsenal