Die indische Fotografin Anita Khemka, eine modere, emanzipierte Frau, durchstreift den Subkontinent auf der Suche nach den sogenannten Hijras. Sie sind sozusagen das dritte Geschlecht Indiens und scheinen einer längst vergangenen Epoche anzugehören. Denn die Hijras leben seit Jahrhunderten als Außenseiter am Rande der Gesellschaft ein Dasein voller Widersprüche: Sie sind unfruchtbar, trotzdem haben sie in den Augen vieler Inder die Gabe, Fruchtbarkeit zu spenden. Sie sind auf Spenden und Einnahmen aus Prostitution angewiesen. Die einzige Freiheit die sie verteidigen können, ist die, dass sie weder Mann noch Frau sind. Anita Khemka begleitete drei dieser besonderen Menschen mit ihrer Kamera...

Der Journalist und Regisseur Thomas Wartmann begleitete Anita Khemka auf ihrer Suche und erzählt in seinem Kino-Regiedebüt in farbenprächtigen Bildern sehr einfühlsam die Geschichte seiner drei Protagonistinnen. Hierzulande ist der indische Subkontinent mit seiner Kultur noch vielfach unbekannt, obwohl gerade in jüngster Zeit die Berichterstattung über Indien deutlich zugenommen hat. Wartmann war nach eigenen Aussagen am Anfang eher skeptisch: "Zu fremd erschien mir diese Zwischenwelt, komplett unzugänglich: weibliche Seelen in männlichen Körpern, manieriert, schrill, obszön, provokant, immer umgeben von einem Hauch von Skandal. Ein Freund warnte vor ihren Lebensgeschichten. Die wären meist frei erfunden, und eigentlich ginge es ihnen nur ums Geld." Doch schließlich fand Hartmann über seine Fotografin Zugang zu Rhamba, der unheiligen Heiligen, Laxmi, der messerscharfen femme fatale und Asha, dem gebrochenen Engel. Ein außergewöhnliches Filmprojekt, dass bereits auf vielen Festivals ausgezeichnet wurde.

Foto: Stardust