Der amerikanische Westen in den frühen Sechzigern: Rancher Ennis Del Mar (Heath Ledger, Foto, r., mit Jake Gyllenhaal) schlägt sich mit diversen Jobs durch. Als er einen Sommer lang als Schafhüter in die Einsamkeit der Berge von Wyoming zieht, wird ihm der texanische Rodeo-Reiter Jack Twist an die Seite gestellt. Gemeinsam teilen sie sich die Arbeit in der rauen Natur. Dabei freunden sie sich mehr als an. Denn irgendwann merken sie, dass sie mehr verbindet als bloße Freundschaft: Sie verlieben sich, obwohl sie wissen, dass sie als schwules Paar gegen alle Konventionen verstoßen. Obwohl sich ihre Wege trennen, beide sogar heiraten und Familien gründen, denken sie immer wieder an ihre gemeinsame Zeit. Als sie sich wieder treffen, nimmt ihre Liebe erneut ihren ungezügelten Lauf. So vereinbaren sie über Jahrzehnte hinweg gemeinsame Treffen. Bis einer von ihnen einen gewaltsamen Tod stirbt...

Mit tollen Naturbildern und den starken Hauptdarstellern Heath Ledger und Jake Gyllenhaal gelang Regisseur Ang Lee mit dieser Mischung aus Wild-West-Idylle und Homosexuellen-Drama eine beeindruckende, ungewöhnliche und ergreifende Liebesgeschichte. Nach einer Kurzgeschichte von Annie Proulx wird hier die tabuisierte, in einigen US-Staaten heute noch strafrechtlich verfolgte Homo- bzw. Bisexualität thematisiert. Damit dringt ein Thema in die Männer-Domäne Wilder Westen, dass in anderen Werken des Western-Genre allenfalls versteckt angedeutet wurde. Mit beiden Themen hat sich Ang Lee bereits vorher auseinander gesetzt: Mit der Homosexualität in "Das Hochzeitsbankett" und mit dem Western in "Ride With the Devil". Hier verbindet er gekonnt beides zu einem emotional mitreißenden Werk. In Venedig mit dem Goldenen Löwen prämiert, gewann Lee zwar den Oscar für die beste Regie, als bester Film wurde jedoch "L.A. Crash" ausgezeichnet.