Als Sonja 1904 in Berlin zur Welt kommt, hat ihr zukünftiger Patenonkel Lorenz Adlon soeben die Baugenehmigung für sein Luxushotel am Pariser Platz erhalten. Um den teuren Bau fertigzustellen, ist er auf die Unterstützung des Kaisers ebenso angewiesen wie auf einen großzügigen Kredit seines besten Freundes Gustaf Schadt. Auf diese Weise wird Sonjas Großvater, der als Kaufmann in den deutschen Kolonien handelt, gewissermaßen zum Miteigentümer des besten Hotels Deutschlands. Zwar wird das Adlon 1907 nach der spektakulären Einweihung durch Seine Majestät Kaiser Wilhelm II. zu einem legendären Erfolg, doch wird es Lorenz und seinem Sohn Louis nie gelingen, ihre Schulden zu tilgen - ein wunder Punkt in der ohnehin konfliktreichen Beziehung zwischen dem Patriarchen und seinem Nachfolger, die später mit dem Auftauchen von Louis' zukünftiger zweiter Ehefrau Hedda vor einer endgültigen Zerreißprobe steht.

Die Geschichten großer Hotels und ihrer Bewohner und Bediensteten sind schon seit Beginn der Filmhistorie ein gern genutztes Sujet von Filmemachern, man denke nur an Werke wie "Menschen im Hotel" (1932), "Letztes Jahr in Marienbad" (1961), "Silvester in fremden Betten" (1995), "Lost in Translation" (2003) oder "Best Exotic Marigold Hotel" (2011). In dieser Tradition inszenierte Regisseur Uli Edel mit großem Aufwand und dem Who-Is-Who der deutschen TV-Darsteller einen bildgewaltigen, fiktionalen, zu Beginn aber leider recht holprigen Dreiteiler um Emotionen und Konflikte der Familie Adlon vom Baubeginn ihres namhaften Hotels 1904 am Pariser Platz in Berlin bis in die frühe Zeit der DDR. Im Mittelpunkt –neben dem bunten Treiben im Hotel: Louis (Heino Ferch) und Hedda Adlon (Marie Bäumer) sowie Sonja Schadt (Josefine Preuß), deren Großvater als Geldgeber ein Mitbegründer des Adlons war.