Anne schlägt ihrem alternden Vater André vor, zu ihr und ihrem Mann in eine große Wohnung zu ziehen. Doch die Dinge laufen anders, als sie es sich vorgestellt hat: André ist nicht so leicht dazu bereit, seine Unabhängigkeit aufzugeben.

Die Krankheit Alzheimer ist in den letzten Jahrzehnten immer stärker in TV- wie Kinofilmen thematisiert worden, man denke nur an Christiane Hörbiger in "Stiller Abschied", Klaus Maria Brandauer in Die Auslöschung", Judi Denchs für den Oscar nominierte Performance als Schriftstellerin Iris, Julie Christie in Sarah Polleys Drama "An ihrer Seite" oder auch Götz George in "Mein Vater". In der Tradition dieser Werke steht auch die tragikomische Regiearbeit von Christophe Charrier, der das 2012 mit großer Resonanz von Publikum und Kritik am Pariser Théâtre Hébertot uraufgeführte Stück des Pariser Romanciers und Dramatikers Florian Zeller ("Ein Schloss in Schweden") fürs Fernsehen in Szene setzt. Gegenüber den Vorgängern zeichnet sich "Der Vater" dadurch aus, dass die Geschichte ausschließlich aus der Sicht des Betroffenen erzählt wird, der von Theaterdarsteller Robert Hirsch ("Der Glöckner von Notre-Dame", "Maigret kennt kein Erbarmen", "Schussfahrt nach San Remo") anrührend und realistisch verkörpert wird. Stark!

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