Auf einem entlegenen Gut, das im Winter ganz von der Welt abgeschnitten ist, lebt die seltsame Familie Falsen, versnobt und in obskure Beziehungen verstrickt. Der herrische Hugo mit seiner verführerischen Frau Eléonore, die altersstrenge Hausherrin Tante Agathe und Eléonores Bruder, der dekadente, alle verachtende Sébastien. Frédéric, einen jungen Historiker, verschlägt es an diesen Ort, an dem er bald Opfer verwirrender Verlockungen und undurchschaubarer Ränkespielchen wird.

Die aus Algerien stammende französische Regisseurin Josée Dayan verfilmte hier das erstmals 1960 veröffentlichte Theaterstück der französischen Bestseller-Autorin Françoise Sagan ("Bonjour Tristesse", "Lieben Sie Brahms?"). Dayan, die ihre Karriere mit Krimis begann und später gelungene Historienfilme wie "Der Graf von Monte Christo" und "Les Misérables - Gefangene des Schicksals" drehte, arbeitete einmal mehr mit dem im Oktober 2008 verstorbenen Guillaume Depardieu zusammen, der in einer seiner letzten Filmauftritte zu sehen ist. Die Rolle des alles verachtenden Sébastien ist ihm dabei wie auf den Leib geschrieben. Als alte Dame Agathe konnte Dayan die große Jeanne Moreau gewinnen, die unter der Regisseurin fünf Jahre zuvor bereits in dem Psychodrama "Die schrecklichen Eltern" brillierte.

Foto: arte F/Gilles Scarella