Eines Nachts bleibt der Student Michel der Wohnung fern, in der er noch mit seinen Eltern und Tante Léo in chaotisch-inzestuöser Enge zusammenlebt. Die Mutter kocht vor Eifersucht, die Tante will eingreifen, doch schlimmer noch: die neue Freundin scheint zugleich die heimliche Geliebte seines Vaters zu sein.

1938 schrieb Jean Cocteau das gleichnamige, berühmte Theaterstück, ein atmosphärisch dichtes Kammerspiel über Liebe, Hass und Eifersucht im engsten Familienkreis, das er Die schrecklichen Eltern selbst verfilmte. Für diese psychologisch-feinsinnige Umsetzung zeichnet Regisseurin Josée Dayan verantwortlich, Pascal Bonitzer verlieh Cocteaus Text mit seinem Drehbuch eine zeitgenössische Sprache. Bonitzer schrieb bisher für Regisseure wie Rivette, Akerman oder Jacquot und führte selbst Regie bei "Immer wieder die Frauen" (1996), "Ein Mann in Nöten" (1999) und "Kleine Wunden" (2002). Jeanne Moreau, die als Léo brilliert, drehte mit Dayan bereits mehrere Filme und verkörperte Marguerite Duras in Dayans Drama "Diese Liebe".