Richter Jens Christian Poulsen, Vorsitzender des dänischen Flüchtlingskomitees, verweigert einem Asylbewerber das Bleiberecht. Seriösen Quellen zufolge war dieser in seinem Heimatland in kriminelle Handlungen verwickelt. Der verzweifelte Asylsuchende begeht daraufhin vor den Augen des Flüchtlingskomitees einen Selbstmordversuch. Christian, dessen Karriere bislang geradlinig verlief, gerät durch seine möglicherweise inhumane Entscheidung massiv unter Druck. Als sich in dieser schwierigen Situation auch noch sein leiblicher Sohn Anders meldet, den er das letzte Mal als Baby gesehen hat, muss der Richter plötzlich sein ganzes Leben, privat und beruflich, hinterfragen ...

Ein gelungener, nie langweiliger Mix aus Politthriller und Psychodrama von Gert Fredholm nach einem Drehbuch von Mikael Olsen ("Prop & Berta"), in dem der Regisseur sowohl die europäische Asylproblematik als auch die inneren Widersprüche und Abgründe seines Protagonisten ausleuchtet. In der Rolle des Richters, der jäh aus seinem makellosen Karriereweg gerissen wird, überzeugt der dänische Charakterdarsteller Peter Gantzler, den die Zuschauer sicher noch aus der erfolgreichen Tragikomödie "Italienisch für Anfänger" kennen dürften. Einmal mehr ein Film aus dem hohen Norden, der auch im außerhalb Dänemarks mit viel Beifall aufgenommen wurde.

Foto: ARD/Degeto