Was kommt dabei heraus, wenn verträumte Zehnjährige wie Alex Westernfilme sehen? Die Lutherstadt Wittenberg liegt plötzlich direkt am Red River, die Klassenlehrerin singt im Saloon, der wenig später bei einer Prügelei demoliert wird, Alex kommt zu spät zur Schule, denn er muss für Ordnung sorgen, weil der Sheriff, alias der Schuldirektor, dazu nicht in der Lage ist! Die Übergänge von der Wirklichkeit zur Traumwelt sind bei Alex fließend. Die im sportlichen Wettbewerb umkämpfte goldene Medaille wird zum Goldschatz, auf den es Halunken abgesehen haben, der Sportlehrer Geisel, der fest an Alex sportliche Fähigkeiten glaubt, wird zum Roten Milan, dem indianischen Freund und Unterstützer. Ob es Alex gelingt, über die "Bösen" zu triumphieren und dafür zu sorgen, dass das Spartakiade-Gold an seiner Schule bleibt?

In dem Kinderfilm von Rolf Losansky flieht die Hauptfigur nicht in eine Traumwelt, sondern setzt sich auf fantasievolle Weise mit der Lebenswelt auseinander, ein Motiv, das in den meisten Regiearbeiten des Regisseurs für Kinder wiederkehrt. "Der lange Ritt zur Schule" erweist sich aber auch als Parodie auf all die Indianerfilme, mit denen Gojko Mitic berühmt wurde. Er schlüpfte hier in die Rolle des Sportlehrers, der in der Fantasiewelt des verträumten Schülers Alex zum "Roten Milan" wird.

Foto: DEFA/Pufahl