Berlin 1945, kurz nach der Kapitulation. Edmund, ein blonder, schmächtiger Junge, ist zwölf - in jenen Tagen also zu alt für ein Kind und zu jung für einen Erwachsenen. Seine Familie - ein dahinsiechender Vater, ein sich vor der Welt versteckender Bruder mit erschreckender Wehrmachtsvergangenheit und eine Schwester, die vielleicht als Prostituierte ein Zubrot verdient - muss sich die Wohnung mit drei anderen Mietparteien teilen. Edmund versucht, auf verschiedene Art und Weise, für die Familie etwas Geld zu verdienen und etwas zu essen zu organisieren, doch überall verjagt man ihn. Der Junge sammelt, tauscht, stiehlt und steht zudem unter Einfluss seines Lehrers Henning, ein ehemaliger Nazi. Dieser ist der Überzeugung, Alte und Kranke hätten kein Recht zu leben. Aus Mitleid, vielleicht auch aus Berechnung, besorgt Edmund sich Gift und tötet seinen Vater...

Roberto Rossellini hatte mit seinen beiden vorherigen Werken "Rom, offene Stadt" und "Paisà" bereits Weltruhm erlangt, als er sich entschloss, im zerstörten Nachkriegs-Berlin einen Film zu drehen. "Deutschland im Jahre Null", der letzte Teil von Rossellinis Trilogie des Krieges, interpretiert den moralischen Zustand der Deutschen inmitten ihrer Trümmer, verweigert dabei eine positive, zukunftsgerichtete Perspektive und stieß auf heftige Ablehnung und Unverständnis. Der Film ist dem Neorealismus zuzurechnen, an Originalschauplätzen im dokumentarischen Stil hauptsächlich mit Laiendarstellern gedreht. Der Film zeigt auch die zerstörten Häuser und Straßen Berlins, aus denen die Fassaden der NS-Bauten hervorragen, dort, wo in den vergangenen Jahren Berlins Mitte neu entstand.