Sechs Episoden aus der Schlussphase des 2. Weltkriegs: Eine Italienerin führt amerikanische Soldaten zum Versteck einer deutschen Truppe. Durch einen Buben erlebt ein GI das Elend im zerstörten Neapel. Die Romanze zwischen einem US-Soldaten und einer römischen Prostituierten endet mit einer schweren Enttäuschung. Eine Krankenschwester erfährt vom Tod ihres Geliebten. Drei amerikanische Geistliche lösen in einem italienischen Kloster Bestürzung aus.

Ein weiteres Meisterwerk des italienischen Neorealismus, von Roberto Rossellini in Szene gesetzt. Die sechste Episode von "Paisà" wurde entfernt, als der Film in der Bundesrepublik in die Kinos kam ­ aus Rücksicht auf vermeintliche nationale Empfindlichkeiten. Aber dieser Eingriff zerstörte damals das innere Gleichgewicht des Films, der ­ kunstvoll und realistisch zugleich ­ in sechs Bildern die Wirklichkeit jener Tage einfangen wollte. Rossellinis Film verzeichnet eine Folge unendlicher Leiden, er berichtet nicht nur von der Schwierigkeit sondern auch von der Bitterkeit des Sieges. Das klassische Werk des Neorealismus ist ein bewegendes menschliches Dokument, weil es nicht von Siegen oder Niederlagen handelt, sondern vom Leid der Menschen, die für beide gleichermaßen bezahlen müssen. "Paisà" war nach "Rom, offene Stadt" der zweite Teil von Rossellinis "Trilogie des Krieges", die er 1947 mit "Deutschland im Jahre Null" abschloss.

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