Maria und Hermann Braun werden während des Zweiten Weltkrieges getraut. Einen halben Tag und eine Nacht sind sie zusammen, dann muss Hermann an die Ostfront zurück. 1945, bei Kriegsende, wird er in Russland vermisst. Außer Maria glaubt niemand, dass Hermann noch lebt. Selbst wenn Maria auf dem schwarzen Markt die notwendigen Dinge für sich und ihre Mutter ertauscht, trägt sie ein Schild mit Hermanns Foto um den Hals: Sie hofft, heimkehrende Soldaten können ihr Auskunft über sein Schicksal geben. Die Hoffnung gibt ihr Mut: In einer Bar, die für Deutsche verboten und lediglich für GI's gestattet ist, arbeitet Maria als Animierdame und begegnet dem Schwarzen Bill. Maria wird schließlich schwanger und eines Abends steht der Vermisste vor der Tür. Eine Katastrophe nimmt ihren Lauf...

Rainer Werner Fassbinder gelang eines der bemerkenswertesten Werke des Neuen Deutschen Films. Detailgenau skizziert er die Atmosphäre und Charakterveränderungen der Vierziger- und Fünfzigerjahre. Auch schauspielerisch ist dies ein brillantes Bild der Gefühlskälte und Skrupellosigkeit im Nachkriegsdeutschland. In Hanna Schygulla, einer seiner bevorzugten Darstellerinnen, fand er die ideale Besetzung für diese "Anarchistin der Liebe".

Foto: Filmverlag der Autoren