Sie ist die heiligste und die sonderbarste Reliquie des Christentums: Die Heilige Vorhaut Christi. Das kleine Hautstück reiste seit der Beschneidung des Jesuskindes quer durch die Jahrhunderte, bis es durch Kriegswirren und Zufälle im 16. Jahrhundert ins italienische Dorf Calcata gelangte. Gläubige aus ganz Europa pilgerten seitdem dorthin, um den letzten auf Erden verbliebenen Teil von Gottes Sohn anzubeten. Bis zu jenem Neujahrstag 1983, an dem die Reliquie unter mysteriösen Umständen verschwindet. Sind gotteslästernde Diebe die Täter, wie Pater Don Dario seine Gemeinde glauben machen will? Oder hat die Kirche, die mit dem Kult um die Vorhaut nie wirklich glücklich war, selbst die Hände im Spiel? 500 Jahre lang lag die Heilige Vorhaut im mittelalterlichen Calcata. Für die Gläubigen war es der Heilige Gral, die Kirche selbst tat sich schwer mit der phallischen Hinterlassenschaft. Steht sie doch für Sexualität und erinnert daran, dass Jesus Jude war. Einige Kirchenväter befürchteten sogar, mittels der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse könne versucht werden, Jesus zu klonen. David Farley, Journalist bei der New York Times und Historiker, will das mysteriöse Verbrechen nun aufklären. Der Dokumentarfilm "Die Suche nach der Heiligen Vorhaut" folgt ihm auf seiner Mission: nach Calcata Vecchia in Italien, in deutsche DNA-Labore und tief in den Vatikan selbst. Kann der Historiker Christus' letzte menschliche Überreste in dieser Welt wiederfinden und das nun schon seit mehr als 30 Jahren bestehende Geheimnis lüften?