Schon als kleines Mädchen hatte das Einzelkind Amélie (Audrey Tautou, Foto) Schwierigkeiten, Kontakte zu Gleichaltrigen zu knüpfen. Denn ihr Vater, ein Arzt, hatte ständig Angst um die Gesundheit der Kleinen. So erhielt sie Einzelunterricht und entwickelte aber eine unglaubliche Fantasie. Als Erwachsene kellnert die hübsche Amélie in einem kleinen Straßenbistro am Pariser Montmartre. Hier treffen die kuriosesten Gestalten zusammen, und Amélie spielt gern Schicksal: Sie verkuppelt Menschen, die vorher eigentlich nicht viel voneinander hielten, oder sie neckt ihren Vater oder ihre Vermieterin mit einem geschickt gefälschten Brief. In dem leicht spinnerten "Passfoto"-Sammler Nino Quincampoix glaubt Amélie schließlich, den Mann ihres Lebens gefunden zu haben. Doch davon muss der Auserwählte erst einmal überzeugt werden ...

Dieser Film ist ein wahrer Knaller! Viele kleine Geschichten werden hier durch die fast magischen Fähigkeiten der Protagonistin vereinigt, ergeben so das komplexe Bild eines Paris, das zwar in dieser Form sicherlich nicht mehr existiert, aber dennoch den enormen Flair dieser Stadt verbreitet. Filmische Finessen, Absurditäten des Alltags, charmante Details, spaßige Gags und das unerschütterliche Gespür für witzige Spannung machen aus diesem Film ein einmaliges, zauberhaftes Erlebnis, das man nur noch selten im Kino findet. Ein perfekter Film, den man gar nicht oft genug sehen kann. Da wundert es wirklich, dass das Filmfestival in Cannes "Amélie" abgelehnt hat und der Film, der für immerhin fünf Oscars nominiert war, noch nicht einmal die Auszeichnung als bestes nicht englisch-sprachiges Werk erhielt.



Foto: ProKino