Irgendwo in einer unwirtlichen Plattenbausiedlung in Halle: Hier wohnt der vom Leben bestrafte Karl mit seinem Sohn Ben. Nach der Wende hat Karl nicht nur seinen Job als Polier, sondern auch seine Frau bei einem Autounfall verloren. Ben liebt seinen Vater innig und stellt deshalb auch seine eigenen Zukunftsträume zurück. Gern würde er Reisereportagen schreiben, aber die Lethargie seines Vaters, der weder einen neuen Job sucht noch sich selbst mal einen Tritt in den Hintern gibt, hindern Ben daran, endlich aus der Monotonie seines Lebens auszubrechen. Noch immer hofft er, dass sich sein Vater ändern wird. Da auch das Geld immer knapper wird, gleitet Ben zunehmend ins kriminelle Milieu ab, doch dann holt ihn die junge Jana, in die er sich verliebt hat, zurück ins wahre Leben...

Das Drama "Hallesche Kometen" ist der Abschlussfilm der aus Rumänien stammenden Filmemacherin Susanne Irina Zacharias an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg, der von dem schlüssigen Drehbuch und der handwerklich sauberen Umsetzung lebt. Ähnlich wie ihr Regiekollege Robert Thalheim - übrigens auch ein Konrad-Wolf-Schüler - in seiner Komödie "Netto", erzählt auch Zacharias die Geschichte einer ungewöhnlichen Vater-Sohn-Beziehung, hervorragend verkörpert von Peter Kurth ("Good Bye, Lenin!", "Der Boxer und die Friseuse", "Gespenster") als dickwanstiger, schmieriger und selbstmitleidiger Vater sowie Hanno Koffler ("Ganz und gar", "Anatomie 2") als dessen Sohn Ben. "Hallesche Kometen" wurde auf dem Max-Ophüls-Filmfestival 2005 in Saarbrücken mit dem Preis des saarländischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet.