Auch wenn sieben Jahre vergangen sind, und Hauptkommissarin Jane Tennison inzwischen ein Morddezernat der Londoner Polizei leitet, scheint ihr Kampfgeist ungebrochen. Besonders in dem Moment, als ihr von der Dienststellenleitung nahegelegt wird, in den Ruhestand zu treten, ist ihr Ehrgeiz voll entbrandt, es noch mal allen zu zeigen. Als die schwer geschändete Leiche einer jungen Bosnierin, Samira, aufgefunden wird, übernimmt sie persönlich die Leitung der Sonderkommission - ganz zum Ärger ihres ehrgeizigen Kollegen und potenziellen Nachfolgers Kommissar Finch . Die Ermittlungen kommen nur schleppend in Gang, die Kommission stößt auf eine Mauer des Schweigens. Keines der befreundeten Mädchen ist zu einer Aussage bereit. Zudem nehmen die internen Spannungen innerhalb des Teams zu, als Tennison und Finch unterschiedliche Ziele bei der Täterermittlung verfolgen. Finch ist überzeugt, dass der Tod von Samira mit den illegalen Aktivitäten der "Balkan-Mafia" zu tun hat. Tennison hingegen ist sich sicher, dass der Schlüssel zur Lösung des Falls in der Vergangenheit liege. Sie vermutet einen direkten Zusammenhang mit den Kriegsverbrechen in Bosnien. Die Lage spitzt sich zu, als ein weiteres bosnisches Mädchen verschwindet...

Regisseur Tom Hooper mixt in seinem packenden Werk den Mordfall mit Ausländerproblematik und Kriegsverbrechen in Bosnien. Der Zweiteiler gehört sicherlich mit zum Besten, was derzeit im Fernsehen zu sehen ist. Das Thema Migration wird auf eine zeitgemäße und kritische Weise dargestellt. Das Kriegsgeschehen auf dem Balkan war schon Ausgangspunkt für viele fiktionale Erzählungen. Die Eindringlichkeit in der Darstellung von Opfer- und Täterwelten ist bisher so noch nicht zu sehen gewesen. Dies mag an dem Umstand liegen, dass der Abstand von zehn Jahren seit Kriegsende genügend Zeit gab, um die Verhältnisse tiefgründig zu reflektieren. Stark!