Nichts ist schlimmer, als eines Tages in das verhaßte Heimatkaff zurückkehren zu müssen, weil man in der großen, weiten Welt versagt hat. Genauso geht es David Gold, dessen Traum von Hollywood wohl immer ein Traum bleiben wird. Jetzt ist er wieder in Babylon, einer höchst durchschnittlichen amerikanischen Kleinstadt. Das Leben zieht an den gelangweilten Einwohnern spurlos vorüber. Wünsche und Hoffnungen werden erfolgreich ignoriert. Erst eine Sonnenfinsternis, die nicht mehr aufzuhören scheint, weckt neue Energien. Versonnen wandern die Babylonier durch die dunklen Straßen und nutzen die rätselhafte Zeitlosigkeit zu längst überfälligen Entscheidungen. David läßt sich mit ihnen treiben und trifft dabei auf eine alte Bekannte, Judy Berlin. Die extrovertierte Judy , die über einen Aushilfsjob nie hinausgekommen ist, träumt noch immer davon, ihr Glück in der weiten Welt zu machen. Ihrer optimistischen Lebenseinstellung kann David sich trotz seiner eigenen schlechten Erfahrungen nicht lange entziehen...

"Judy Berlin" ist eine anrührende und witzige Fabel über damals und heute, verpasste Chancen und neue Sehnsüchte. Eric Mendelsohn gewann mit seinem Spielfilmerstling den Regiepreis von Sundance 1999. Eric Mendelsohn gewann mit diesem eigenwilligen Gesellschaftsporträt den Regiepreis beim diesjährigen Sundance Film Festival. Sein kraftvoller Stil wirkt auf liebevolle Art sarkastisch und auf unangestrengte Weise tiefsinnig. Mit fantastischen Darstellern, kunstvollen Schwarz-weiß-Bildern und einer frechen Musik macht "Judy Berlin" den Eindruck, als hätte Woody Allen sein Alter ego in der Provinz gefunden. Ein wahrhaft genialer Film!