Die elfjährige Merle ist eine Träumerin. Deshalb hat sie Schwierigkeiten, den Anforderungen in der Schule gerecht zu werden. Die ärztliche Diagnose nach einer Untersuchung zeigt: Merle hat ADS. Dies ist der Beginn eines familiären Albtraums. Denn ihre Eltern lassen nichts unversucht, um Merle zu helfen, vernachlässigen dadurch aber deren pubertierende Schwester Lea …

Abgesehen von dem recht nervigen Einstieg gelang Regisseurin Christine Hartmann mit diesem Werk nach dem Drehbuch von Regine Bielefeldt ("Im falschen Leben", "Delfinsommer") ein einfühlsam erzähltes Drama, das vor allem vom exzellenten Spiel der Darsteller profitiert. Neben "Polizeiruf 110"-Ermittlerin Anneke Kim Sarnau und Harald Schrott als Eltern überzeugt besonders die junge Greta Bohacek als Merle. Die Darstellerin spielte zuvor kleinere Rollen in Filmen wie "Hotel Lux" und "Wer wenn nicht wir" (beide 2011). Regisseurin Hartmann, die ihre Karriere mit Komödien ("Es geht nicht immer nur um Sex") und Krimis ("Tatort - Todesbrücke") begann, setzt mit "Keine Zeit für Träume" ihre gelungenen Verfilmungen dramatischer Stoffe fort - man denke nur an "Das dunkle Nest" oder "Tsunami - Ein Leben danach".

Foto: MDR/Andreas Wünschirs