"Kronos" ist ein Familiendrama in einer verlassenen Einöde. Als der Tank des Wagens, der letzten zivilisatorischen Zelle, leer ist, müssen sie zu Fuß weiter ziehen. Die schwere Verletzung der Mutter macht ein zügiges Vorankommen unmöglich. Allmählich beginnt der Sohn an den Entscheidungen des Vaters zu zweifeln. Zwischen ihm und seiner Schwester entsteht spielerisch ein zärtliches, grenzüberschreitendes Verhältnis. Langsam und beinahe wortlos zerbröckelt der Zusammenhalt der Familie, wobei alle Konflikte zunächst herunter geschluckt werden und sich erst nach und nach zur Katastrophe zusammenfügen. Längst hat sich ein Fremder an die Fersen der Familie gehaftet. Als dieser plötzlich vor der Familie steht, wächst die Chance der Gruppe zu überleben. Schließlich führt der Unbekannte eine Ziege mit sich, was ihn zwangsläufig zum Versorger der Gruppe und zum Rivalen des Sohnes macht. Während sich der Vater in den Wahnsinn flüchtet, lebt der Sohn seine Brutalität aus, ihm entgleitet alles Menschliche. Als das Wasser als überlebenswichtige Ressource knapp wird, gräbt der Sohn Kronos nach Wasser. Was zunächst wie ein rettender Akt wirkt, besiegelt letztlich die Tragödie der Familie. Die Handlung erweckt einen griechischen Mythos zum Leben und adaptiert ihn auf unsere heutige Zeit, mit dem Ziel, das heutige Publikum für den Mythos zu faszinieren. Der Kameramann Armin Franzen wurde für diese Arbeit mit dem Deutschen Kamerapreis 2009 ausgezeichnet.