In Istanbul werden ein erfolgreicher Geschäftsmann und ein Banker kurz hintereinander ermordet. Der Täter verwendet jeweils einen Dolch mit markanter Gravur. Verdächtig ist eine ukrainische Prostituierte, bei der beide Männer Kunden waren. Kommissar Özakin ermittelt jedoch in eine andere Richtung: Die Gattinnen der Mordopfer litten jeweils unter ihren unglücklichen Ehen. Hilfe suchten sie im populären Internetportal "Süheyla", das Frauen in Krisensituationen anonym berät ...

Nach "Mordkommission Istanbul - Die Tote in der Zisterne" (2008) ist dies der zweite Fall für den Istanbuler Ermittler Mehmet Özakin alias Erol Sander. Was Regisseur Michael Kreindl, der bisher eher mit Komödien wie "Hengstparade" und "Plötzlich Onkel" aufgefallen ist, hier jedoch dem Zuschauer bietet, stimmt hinten und vorne nicht. Da verhört Sander etwa die Familie des ersten Mordopfers, geht hinaus zum telefonieren und verlässt das Grundstück, ohne sich zu verabschieden. Einen Brief übersetzt ihm in folkloristischer Atmosphäre auf dem Basar ein Freund (wer ist das?), anschließend nimmt Sander das Beweisstück aber nicht mehr an sich. So stimmen die Anschlüsse an allen Ecken und Enden nicht, die Darstellungen wirken überzeichnet, gekünstelt und hölzern (besonders Oscar Ortega Sánchez als Assistent und Nadeshda Brennicke als Tatverdächtige), und selbst der Plot überzeugt nicht, weil zu bieder und kaum spannend. Deshalb: Außer den zum Teil sehenswerten Bildern von Istanbul wird hier nur belanglose Krimikost serviert, die den Darstellern und der Crew zumindest ein paar schöne Tage am Bosporus ermöglicht hat. Kreindl sollte besser weiter Schmonzetten wie "Die Alpenklinik - Riskante Entscheidung" realisieren, die er ebenfalls 2009 mit Sander drehte.

Foto: ARD/Degeto/Gokce Pehlivanoglu